Waldviertel mon amour

von Mario Passini

@NB_Knipserl_Niederösterreich Bahnen

Das Waldviertel ist authentisch. Die Menschen auch. Viele davon müssen in die Städte flüchten, denn nur dort gibt es ausreichend Jobs. Die Städter wieder lernen immer mehr diese Wunderlandschaft der Entspannung, der Ruhe und Besonnenheit schätzen und lieben und machen sich ansässig. Doch selbst nach zwanzig Jahren bleibt man „a Zuagraster“ (Ein Zuwanderer). Heimisch werden erst nachfolgende Generationen. Um ins Land der rauen Schönheit zu kommen gibt es nicht viele Möglichkeiten. Meist bleibt nur das eigene Auto. Zwar gibt es schon ein Autobusnetz, das allerdings hält, sich, verständlicherweise, an Siedlungszentren. Und versammelt sich schließlich in der Hauptstadt St. Pölten. Mit der Bahn anzureisen ist weniger zu empfehlen. Es sei denn das Ziel liegt nicht weit vom Schienenstrang entfernt. Und davon gibt es nicht viele.

Einen solchen gab es im lieblichen, südlichsten Teil des Waldviertels. An der Donau. Ja bis dahin reicht das Paradies. Und es soll alles anders werden. Wir haben schon berichtet, dass NÖ-Landeschefin, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, einen Masterplan für den Ausbau des Bahnnetzes vorgestellt hat. Diese infrastrukturelle Zukunft, werden wohl erst unsere Enkel erleben. Und zu dieser himmelblauen Zukunftsperspektive soll auch die Donau-Ufer-Bahn gehören, deren Trasse man vor vielen Jahren vergnüglich abgerissen hat. Weil es zu wenig Verkehrsaufkommen gab. Grund war so etwas wie ein Teufelskreis. Wenige, veraltete Züge, langsam und wenige Halte nahe Ortszentren, dadurch wenige Fahrgäste und damit eben: Da capo. Einst fuhr die Bahn von Krems bis St. Valentin / Mauthausen. Dann wurde die Trasse in Niederösterreich weitgehend abgetragen. Nur wenige glauben an eine Revitalisierung. Derzeit fährt die Eisenbahn, als Wachauer-Stichbahn, im Sommer – nur mehr wenige Stationen, von Krems bis Emmersdorf (am anderen Donauufer: Melk) – und führt an Samstag, Sonn- und Feiertagen einen Salonwagen als Tourismusattraktion mit.
Wie, ob und wann die Donau-Ufer-Bahn wieder auferstehen kann ist nicht geklärt. An einer Revitalisierung bestehen Zweifel. Gibt es doch auf der bisherigen Trasse, ja nach Gemeindegebiet, Wohnsiedlungen, oder Firmen vergrößerten ihre Betriebsfläche. Optimisten zeigen auf, dass die NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrsorganisation) ein ewiges Rückkaufsrecht hat. Es gibt eine Vereinigung – die Initiative Donauuferbahn – welche die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung nie aufgegeben hat. Die Donauuferbahn wurde vor etwa 110 Jahren eröffnet. Wie lange wird es bis zu einer möglichen Wiedereröffnung dauern?