Brüderlein fein, einmal muss geschieden sein

von Mario Passini

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Sind Sie alt? Gebrechlich gar? Dann bleiben Sie, bitte, weg. Von Geldinstitutionen, Elektro-Megastores und dergleichen. Ab „n-zig-Jahren“ zählt man bei solchen Institutionen nicht mehr zu den Lebenden. Selbst ein Minikredit für eine Taschenlampenbatterie wäre ihnen verwehrt, sollte man ein solches Ansinnen stellen. Ist absurd. Richtig. Soll ja auch nur drastisch die erschreckende Diskriminierung älterer Menschen aufzeigen. „Oida“ man traut dir nicht mehr. Könntest ja tot umfallen.

Wenn so ein älteres Semester, eine Kreditkarte, ein Handy, einen Ratenkauf oder gar einen Kredit wollte, dann muss er/sie sich darauf einstellen, dass man nicht mehr für voll genommen wird. Man ist eben ein nicht mehr abschätzbarer Risikofaktor. Was bleibt ist das Gefühl der Diskriminierung und der Demütigung. Verwundeter Kommentar bei einem Einkauf in einem Einkaufscenter: „Der kann ja noch verständlich reden!“

Zwar gibt es ein Gleichstellungsgesetz aber das gilt für den Sektor der Altersdiskriminierung nicht. Die Teilnahme am sozialen und wirtschaftlichen Leben – Partizipation! – wird älteren Menschen allzu oft verwehrt. Ohne Begründung. „Alte“ an denen, glücklicherweise, die Demenz vorbeigegangen ist, helfen sich dann mit allerlei intelligenten Ingredienzien. Oder, wen wunderts, wenn die „Ahnl´n“ (Hd: Ahnen) zu einem Computer greifen und sich ihre Wünsche – im Einfingersystem – übers Internet erfüllen. Dort sind sie gerne gesehen, angesehen, akzeptiert – und es wird sogar ins Haus geliefert.

Eine österreichweite Lösung gibt es nicht, wird es auch nicht geben. Der Sozialminister verlautet, eine Änderung des Gleichbehandlungsgesetzes wird es nicht geben. Die „Wirtschaft“ ist dagegen. Im Übrigen sind das alles nur Einzelfällte. Statistische Daten zur Altersdiskriminierung liegen nicht vor, weil die nicht erfasst werden. Ein Salzamt führt keine Register. Wozu auch?

Passender geht es gar nicht. Die UNO hat schon 1992 eine Resolution verabschiedet, mit welcher eine neue Generation von Sozialschutzprogrammen gefordert wird. Das diesjährige Thema lautet „Gemeinsam handeln, um soziale und ökologische Gerechtigkeit für alle zu erreichen“. Kommentar eines Besuchers beim Heurigen „Zur 1er-Mizzi“: Ja, ist schon recht so. Siehst Schatzerl uns triffts eh´ ned.