Im Westen nichts Neues

von Mario Passini

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Im Jubelton wird in der englischen Presse ein Durchbruch bei der Verhandlung mit der EU gemeldet. Das dürften, oder genauer, das sind Fake-News. Ein BREXIT-Fischereiabkommen ist trotz der „großen“ Konzession von Boris Johnson an Brüssel – eine Übergangsfrist von drei Jahren – noch weit entfernt. Die EU will noch immer – diese bös Unersättlichen – uneingeschränkten Zugang zu britischen Gewässern. Doch die Engländer fürchten um ihre „Fish & Chips.“ Doch beim Verhandlungspunkt: „Rechte und soziale Sicherheit für EU-Bürger“ soll es tatsächlich zu einer Annäherung gekommen sein. Details wurden nicht bekannt. Ein hoher Diplomat sagt, die Chancen, dass es einen Deal gibt, werden von Tag zu Tag geringer. Das leuchtet ein. Hat doch der englische Premier mehrmals lautstark verkündet, sollte bis zum 15. Oktober keine Einigung erzielt werden, kommt der No-Deal-Brexit. Nur über die Zeit wird es für ihn schwerer dieses Versprechen einzuhalten. Der Widerstand innerhalb seiner Partei nimmt zu. Schön langsam werden nämlich die möglichen Folgen eines Bruches bekannt. Die Country Land and Business Association (CLA), beispielsweise, untersuchte die Kosten eines BREXIT. Erstes Ergebnis: Bis zu zwei Millionen Lämmer könnten „verschwinden“. Außerhalb der gemeinsamen Agrarpolitik könnten viele vor dem völligen Zusammenbruch ihres Marktes stehen.
Das von Johnson und EU-Präsidentin Ursula von der Leyen am Samstag erfolgte Telefonat hat nichts erbracht als die „gemeinsame“ Forderung die Verhandlungen zu intensivieren. Britische Regierungsmitglieder jammern darüber, dass die EU den Status Großbritanniens als unabhängiger, souveräner Staat noch immer nicht verinnerlicht hat. Deren Credo lautet: „Wir sind ein unabhängiger Küstenstaat“. Konsequenz: „Man ist von einer Einigung noch weit entfernt“. Viel Zeit ist nicht mehr. Letzter Rettungsanker, die deutsche Bundeskanzlerin, Merkel. Sie soll den Karren flott machen. Binsenweisheit: Von Heute bis zum 15. Oktober sind es – lt. Adam Riese – nur mehr 8 Tage. Wetten werden angenommen, dass BoJo (Boris Johnson) die Frist erstrecken wird!