Kurz notiert – Velden aktuell Teil 1

Gesellschaft f. Versicherungsfachwissen

©GVFW Symposium Velden 2015

Vor dreißig Jahren startete die Gesellschaft für Versicherungsfachwissen das Veranstaltungsforum in Velden. Das diesjährige Motto lautete „Veränderte Rahmenbedingungen für die Versicherungsbranche: Herausforderungen und Chancen für Makler und Versicherungen.“

Karlheinz Kopf,  Abg. z. Nationalrat und Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, betonte in seinem Vortrag unter anderem, es sei begrüßenswert das „Golden Plating“  per Gesetz zurückzunehmen. Auch wenn es nur in gewissen Bereichen geschieht. Weitere Gesetze hinsichtlich der Nicht-Übererfüllung von EU Richtlinien seien bereits in Planung. Er widmete sich auch dem Thema Arbeitsmarkt. In Österreich fehlen 160.000 Fachkräfte. Könnte diese Lücke geschlossen werden, gäbe es eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von 2,5 Mrd. Euro und eine zusätzliche Steuerleistung für den Staat von 1 Mrd. Euro.  Kopf sieht darin einen „Hebel“ für die Steuerreform, die noch fehlenden Gelder zu lukrieren. Ohne Bildungsoffensive und Fachkräfte-Zuwanderung wird sich aber das Problem nicht lösen lassen. 

In Hinblick auf die noch fehlenden Genehmigungen für Lehrpläne und Standesregeln versprach der Wirtschaftskammer-Generalsekretär sich bei den maßgeblichen Stellen für eine schnelle Lösung einzusetzen. Was die fehlenden Standesregeln der Versicherungsmakler betrifft, wurde in Velden verlautbart, dass diese aufgelöst und durch den Code of Conduct Austria ersetzt werden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat in Deutschland, gemeinsam mit der Datenschutzaufsichtsbehörde und den Konsumentenschützern, erstmals im Jahre 2012 eine freiwillige Selbstverpflichtung für den Umgang mit personenbezogenen Daten erstellt. Der Code of Conduct Austria wird in Anlehnung das bestehende Regelwerke der BiPAR ausgearbeitet werden.

Dem Thema Regeln, Gesetze und die Auswirkung auf das tägliche Arbeiten im Maklerunternehmen haben sich Mag. Andreas Krebs, GrECo International Holding AG, Fachgruppenobmann akad. Vkfm. Franz Ahm und KR Gerhard Heine, Wiener Städtische Versicherung, gewidmet. Denn zur täglichen Arbeit gehört natürlich auch das Thema IT und EDV. Daher musste naturgemäß auch über „Schnittstellen“ gesprochen werden. Ob OMDS oder BiPRO, das Ziel sei, so wenige Standards wie möglich bedienen zu müssen. Und: „Es muss Investitionsbereitschaft auf allen Seiten vorhanden sein.“ Eines ist sicher: In Zukunft wird ein automatisierter Prozess ein wesentliches Qualitätsmerkmal am Markt darstellen. „Der Versicherungsmakler alleine ist bei diesen Themen überfordert. Er braucht Unterstützung. Wir Makler müssen aktiv in der Diskussion mitwirken“, so KR Siegfried Fleischacker.

Von computergestützter Arbeit zur inneren Einkehr. Als besonderen Gast trat heuer Abt Daniel Schönbächler aus dem Kloster Disentis in der Schweiz auf. Dem Benediktinermönch gelang es in kurzer Zeit, Regulatorien, Vorschriften und Gesetze vergessen zu lassen, sich seinen spirituellen Gedanken hinzugeben und aus seiner enormen Lebenserfahrung zu lernen.

Das Schlussthema des Forums hieß ethisches Handeln als Gewinn für Versicherungsmakler und Kunden. Dr. Klaus Koban und KR Rudolf Mittendorfer nutzen dazu eine Umfrage unter Versicherungsmaklern, die ergab, dass für die Meisten Ehrlichkeit mit ethischem Handeln gleichzusetzen sei. Schon in den Verhaltensregeln für Versicherungsmakler ist festgehalten dass sich dieser „redlich, ehrlich und professionell“ zu verhalten habe. Wie positiv sich die Versicherungsmakler gegenüber ihren Kunden verhalten, zeigt das Ergebnis einer in Kürze veröffentlichten Telemark-Umfrage zur Weiterempfehlungsbereitschaft. Die Versicherungsmakler haben mit Abstand den höchsten NPS (Net Promoter Scor) im Dienstleistungssektor.