Lieferkettenkosten steigen

Lombard Odier Investment Managers

Didier Rabattu (Aktienchef bei Lombard Odier Investment Managers – LOIM

Die Lieferkettenkosten steigen weltweit auf ein Rekordniveau. Didier Rabattu (Aktienchef bei Lombard Odier Investment Managers – LOIM) sprach im Zuge der Thematik des neuen Lieferkettengesetzes im deutschen Bundestag über das Thema Kosteneffizienz der Containerschifffahrt: „Die Kosteneffizienz der Containerschifffahrt führt heute dazu, dass 90 Prozent aller Industrie- und Konsumgüter per Seefracht und nur 10 Prozent per Luftfracht transportiert werden. Doch zu Beginn der Pandemie erlebten die Reedereien einen noch nie dagewesenen Rückgang der Nachfrage. Durch eine effektive Kapazitätssteuerung, erreicht durch die Einführung von Leerfahrten (Verringerung der Fahrplanfrequenzen) und die Anpassung und Fahrplananpassungen, sicherten die Reedereien ihre kurzfristige Performance. Diese kontrollierten Beschränkungen auf der Frachtangebotsseite haben zu steigenden Frachtkosten geführt, da die Nachfrage nun von einem der stärksten US-Lagerauffüllungszyklen angetrieben wird. Darüber hinaus wurden die Versorgungswege durch die Blockade des Suezkanals und die Beschränkungen, die in vielen Häfen zur Bekämpfung der Pandemie durchgesetzt wurden, weiter eingeschränkt. Infolgedessen steigen die Preise für Seefracht in die Höhe. Diese Dynamik treibt die Kosten in der gesamten Lieferkette in die Höhe, wie unsere Analyse des Erzeugerpreisindex zeigt. Im Einklang mit den steigenden Rohstoffpreisen zeigt der Index Preissteigerungen von mehr als 40 Prozent für unverarbeitete Güter, die von Zwischenhändlern in der Wertschöpfungskette bezogen werden – ein Niveau, das seit der Zeit vor der Finanzkrise nicht mehr erreicht wurde. Für verarbeitete Güter, die von Zwischenhändlern bezogen werden, sind die Preise um mehr als 10 Prozent gestiegen. Da sich andere Komponenten des PPI-Index nicht in gleichem Maße bewegt haben, insbesondere die Dienstleistungen, zeigt der Index insgesamt einen Anstieg auf 6 Prozent. Dennoch ist dieses Niveau seit einem Jahrzehnt nicht mehr erreicht worden.“