Was Ihnen noch niemand zur Eigenvorsorge geraten hat

von Michael Kordovsky

risControl zeigt ein völlig alternatives unkonventionelles Konzept der Eigenvorsorge. Jenseits ausgetretener Pfade wird in die weltweit beständigsten Dividendentitel, besondere Alternative Investments, Private Equity Dachfonds, ausgewählte offene Immobilienfonds, Edelmetalle und sogar Farbedelsteine investiert. Trotzdem sollten noch Cashreserven für Sonderchancen in den kommenden Jahren bereitgehalten werden. Das nachfolgend beschriebene Portfolio kann von jedem Anleger mit entsprechenden finanziellen Mitteln aufgebaut werden und sollte neben der Inflationsabdeckung im günstigen Fall sogar entsprechende Realrenditen ermöglichen.

Vorsorgewohnungen hatten in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Durchschnittsmenschen wohlhabend gemacht. Vor allem seit dem Zinscrash ab 2009 explodierten die Wohnungspreise. Mittlerweile sind aber in guten Lagen größerer österreichischer Landeshauptstädte in der Regel nur noch Renditen von 2,5 bis maximal 4,5% möglich. Aber mit 2,6 bis 3,0% p.a. an Zinsen (effektiv) für Kredite mit langjährigen Fixzinsbindungen und bei anfänglicher Mietrendite von nur 3,2% wird man unter Berücksichtigung von ca. 10% Nebenkosten beim Immobilienkauf sowie aller Leerstands- und Instandhaltungskosten auf 20 Jahre gesehen unter Annahme stagnierender Immopreise vielleicht auf 1,5 bis 1,7% Nettorendite auf das eingesetzte Kapital kommen. Besser sind die Ertragsaussichten schon bei professionellen Bauherrenmodellen, zumal hier auch Förderungen für Sanierungsprojekte anfallen. Doch diese sind primär eine Alternative für Top-Verdiener. Otto Normalverbraucher hingegen kann in offene Immofonds investieren, die zurzeit aber auf hohen Cashbeständen sitzen und nur noch magere Renditen von 2 bis 3% p.a. erzielen. Diese sind derzeit eine kleine defensive Beimischung – aber Performance-Wunder sind keine zu erwarten. Das Problem: Die Mietrenditen sind schlichtweg zu niedrig und es mangelt an attraktiven Immobilieninvestments. Zu den besseren Alternativen des offenen Immofonds-Spektrums zählen der Real Invest Austria (Bank Austria, ISIN: AT0000634357) und der LLB Semper Real Estate A (ISIN: AT0000622980), die per 5. April jeweils eine 12-Monats-Performance von 2,87 bzw. 2,58% aufweisen.

Aktien und Unternehmensbeteiligungen werden zunehmend wichtiger

Wer wirklich Rendite erwirtschaften möchte, kommt an einer wesentlichen Quelle des Wohlstands niemals vorbei, nämlich Unternehmensanteile, egal ob von börsennotierten oder privaten Unternehmen. Aber blindlings in irgendwelche Aktienfonds- und ETFs zu investieren ist nicht zielführend. Vielmehr sollte hier die Spreu vom Weizen getrennt werden. Während einfach ein kostengünstiger ETF auf den Weltaktienindex (MSCI World) eine pragmatische Lösung für absolute Laien ist, die mit Aktien eigentlich nicht viel zu tun haben (und zu tun haben wollen), kann mittels gezielter Selektion einzelner Qualitätsaktien eine beeindruckende Outperformance erzielt werden. Eine Kostprobe liefern hier bereits die Dividendenaristokraten des S&P 500 Index. Das sind Unternehmen, die in der Lage waren über mindestens 25 Jahre hintereinander ihre Dividendenausschüttung zu steigern. So eine Kontinuität ist kein Zufall mehr, sondern erfordert auch beständige steigende Erträge:

Inklusive Dividenden brachte es der Index der 57 Dividendenaristokraten des S&P 500 auf eine 10-Jahres-Performance von 17,59% pro Jahr (Stichtag 29. März 2019), verglichen mit 15,92% pro Jahr im S&P 500 Index, also eine jährliche Outperformance von 1,67 Prozentpunkten. Während in den letzten 3 Jahren Wachstumswerte der Renner waren, folgte in den vergangenen 12 Monaten wieder eine deutliche Outperformance der Dividendenaristokraten zur Benchmark (S&P 500), von 11,93 zu 9,50%. Allerdings enthalten die Dividendenaristokraten auch Firmen, die heute nicht mehr so gut laufen und vielleicht diesen Status bald verlieren könnten, wie zum Beispiel Coca Cola, die stark unter geänderten Konsumgewohnheiten weg von zuckerhaltigen Limonaden leidet. Lesen Sie hier mehr: