Brutto Meeres Produkt

DWS Invest SDG

Paul Buchwitz Fondsmanager ©DWS

Wären die Ozeane ein Staat, würden sie mit einem „Brutto-Meeres-Produkt“ von jährlich rund 2,5 Billionen Dollar über die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt verfügen. Allein in Europa hängen etwa fünf Millionen Vollzeitjobs an ihnen. Mehr als 50 Prozent des weltweiten Sauerstoffs werden von den Ozeanen produziert. „Obwohl die Weltmeere von unschätzbarer Bedeutung für unseren Planeten sind, setzen wir ihnen mit der Klimaerwärmung, der Überfischung und der Wasserverschmutzung erbarmungslos zu. Gehen wir weiter so mit ihnen um, können bis zum Jahr 2100 fast 50 Prozent aller Lebewesen in den Ozeanen verschwinden“, sagt Paul Buchwitz, Fondsmanager des DWS Invest SDG Global Equities. Die steigende Temperatur sorgt dafür, dass sich die Wasserschichten schlechter durchmischen und viele Lebewesen nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen versorgt werden. Berechnungen der Technischen Hochschule Zürich zufolge haben die Weltmeere von 1994 bis 2007 etwa 31 Prozent der gesamten menschengemachten Emissionen des Treibhausgases aufgenommen. Seit Beginn der industriellen Revolution ist der pH-Wert in der obersten Schicht der Ozeane damit auf 8,1 von 8,2 gesunken. So hat sich der Säuregehalt um rund 30 Prozent erhöht. Für weitere gravierende Schäden ist die Überfischung der Weltmeere verantwortlich, die von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Meeresfrüchten getrieben wird. So sind mehr als 90 Prozent der globalen Bestände bereits ausgebeutet. Der Beifang macht annähernd 40 Prozent der gesamten Fangmenge aus, schätzungsweise hundert Millionen von bereits bedrohten Delphinen, Haien, Rochen und Walen werden zumeist tot als Abfall wieder in die Ozeane zurückgeworfen. Etwa 80 Prozent der Verschmutzung des maritimen Lebensraums kommen vom Land – von ungeklärten Abwässern über Düngemittel und Pestizide bis hin zu jenem Plastikmüll, der sich in den Mägen der gestrandeten Kadaver dieser Tiere findet. Auch hier sind die Folgen weitreichend: Delphine und Wale scheiden mit Eisen und Stickstoff genau jene Substanzen aus, die das Phytoplankton zum Wachstum braucht, das mindestens 50 Prozent des Sauerstoffs in der Atmosphäre produziert.