Cybercrime Report 2020

BMI/BK

Cyberkriminalität

Der jährliche Cybercrime Report des Bundeskriminalamtes zeigt, dass die Kriminalität im Internet deutlich ansteigt, im Vergleich zum 2019 sind die Delikte um 26,3 Prozent gestiegen. Die prozentuelle Aufklärungsquote ist jedoch mit 33,4 Prozent nahezu konstant geblieben. Das BK unterteilt die Delikte in zwei große Unterbereiche Cybercrime im engeren Sinn und Cybercrime im weiteren Sinne. Cybercrime im engeren Sinne verzeichnete mit 12.914 Fällen (2019: 7.622) einen enormen Anstieg von 69,4 Prozent. In dieser engeren Definition von Internetkriminalität werden Angriffe auf Daten oder Computersysteme unter Verwendung der Informations- und Kommunikationstechnik subsumiert. Die Straftaten richten sich gegen Netzwerke oder gegen Geräte, Dienste oder Daten in diesen Netzwerken (z.B. Datenbeschädigung, Hacking oder DDoS-Angriffe).  Massive Steigerung verzeichnet das BK beim betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch. Hauptgrund hierfür sind die zunehmende Verlagerung des täglichen Lebens in das Internet sowie die Schaffung neuer internetbasierter Zahlungsmöglichkeiten. Die betrügerische Verwendung von Near Field Communication (NFC) bei Bankomat- und Kreditkarten macht hierbei den größten Anteil der Anzeigen aus. Auch die Fälle von Phishing sind angestiegen. Zunahmen jenseits der 40 Prozentmarke finden sich im Bereich Missbrauch von Computerprogrammen und Zugangsdaten und Datenfälschung. Unter Cybercrime im weiteren Sinne versteht man Straftaten, bei denen die Informations- und Kommunikationstechnik als Tatmittel zur Planung, Vorbereitung und Ausführung von herkömmlichen Kriminaldelikten eingesetzt wird. Der größte Posten in diesem Bereich ist der Internetbetrug, der mit 18.870 Anzeigen einen neuen Höchststand erreicht hat. Durch immer neue Formen und technische Umsetzungen im Bereich der Cyberkriminalität ist auch die Polizei konstant gefordert. Das international renommierte Cybercrime Competence Center (C4) wird künftig als eigene Abteilung im Bundeskriminalamt aufgewertet. Im Fokus der 120 Experten stehen die Spezialisierung auf aktuelle und künftige Phänomene sowie der Ausbau der internationalen Zusammenarbeit, um den Wissensaustausch voranzutreiben.