Die Pandemie ist immer und überall

Auch bei den Renten- und Lebensversicherungen wird es einschneidende Veränderungen geben. Eine davon, die Garantie für einbezahlte Beträge. Erster Versicherer ist die Allianz (D). Der Versicherer will und kann die 100-prozentige Garantie für einbezahlte Beträge nicht mehr aufrecht erhalten. Dafür, so der Versicherer, verbesserten sich die Chancen für langfristig attraktive Renditen. Niedrige Zinsen auf Staatsanleihen und andere, sichere, Anlageformen machen es den Versicherern derzeit zunehmend schwer, die veranlagten Prämien zu mehren. Nachdem vorauszusehen ist, dass die Null-Zins-Politik der Zentralbank noch sehr lange anhalten wird, ist es, über einen längeren Zeitraum, nicht mehr absehbar Gewinne zu lukrieren. Die Versicherer werden sich daher, so der Tenor in der Branche, riskanteren Anlageformen zuwenden – müssen. Sicher wird es neue Produkte geben. Diese werden Kunden und Versicherern die Möglichkeit bieten auch in riskantere Anlageformen zu investieren. Aus der Allianz (D) verlautet wörtlich: „Wir sind weiterhin sicher, da wir eine extrem breite Diversifikation der Kapitalanlage und eine sehr breite Ausrichtung bieten. Durch die Streuung der Kundengelder bieten wir weiterhin attraktive und schwankungsarme Renditen.“ Was zu erwarten war: Die Verbraucherschützer fordern, wieder einmal, eine Senkung der Provisionen. Wir haben bei der Allianz Österreich zum Thema angefragt.
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) hatte vor kurzem die Versicherungsvermittler befragt, ob und wie stark sie von der Corona-Pandemie betroffen sind. Von 943 befragten Vermittlern haben 27 Prozent bereits Verluste sowohl bei Abschluss- als auch bei Bestandsprovisionen erlitten, die auf die Pandemie zurückzuführen sind. Weitere 19 Prozent haben reine Verluste bei der Abschlussprovision erlitten und keine bei der Bestandsprovision. Noch einmal 17 Prozent geben ebenfalls Abschlussprovisionsverluste an, halten aber Verluste bei der Bestandsprovision noch nicht für absehbar. 19 Prozent der Vermittler haben überhaupt keine Verluste erlitten. Die restlichen 19 Prozent haben noch kein klares Bild von möglichen Verlusten.