Home-Office

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Die neuen Home-Office Regelungen sind nun bekanntgegeben worden. Die Tätigkeit im Home-Office bleibt freiwillig. Den Arbeitnehmern steht ein Kostenersatz für ihre eigenen digitalen Arbeitsmittel zu und auch der Unfallschutz für Arbeitsunfälle wurde verbessert. Der Unfallschutz betrifft auch Wegunfälle vom Home-Office in die Arbeitsstätte, zu einem Arzttermin, einer Interessenvertretung oder wenn Kinder in die Betreuung gebracht werden. Der Unfallschutz wurde ins Dauerrecht übernommen. Arbeitnehmer können Kosten für Anschaffungen bis zu 300 Euro jährlich zusätzlich als Werbekosten geltend machen. Auch die Zuschüsse vom Arbeitgeber für Dienstnehmer sind bis zu 300 Euro jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei. Die neuen Regelungen gelten für die Jahre 2021 bis 2023, teile der Anschaffungskosten aus dem letzten Jahr können steuerlich ins Jahr 2020 vorgezogen werden. Mit dem Home-Office Gesetz hat der Gesetzgeber hier nun eine gewisse Rechtssicherheit geschaffen, so Deloitte Österreich. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die neuen Bestimmungen legistisch umgesetzt werden“, betont Stefan Zischka, Partner bei Deloitte Legal/Jank Weiler Operenyi. Home-Office arbeiten bleibt aber weiterhin Vereinbarungssache, der Arbeitnehmer kann nicht selbst entscheiden ob er von zu Hause arbeiten möchte. Die 300 Euro zusätzlichen Werbekosten für Dienstnehmer sieht Deloitte als „Datenschutz Risiko“, denn der Arbeitnehmer muss bei Selbstanschaffung auch selbst prüfen, ob die von ihm angeschaffenen digitalen Arbeitsgeräte den datenschutzrechtlichen Sicherheitsanforderungen im Unternehmen entsprechen. Die Kommunikation klarer Vorgaben zu technischen Spezifikationen durch den Arbeitgeber und die Durchführung nachträglicher Prüfungen sind daher dringend angeraten“, betont Sascha Jung, Partner bei Deloitte Legal/Jank Weiler Operenyi. Arbeitnehmer sollen auch im Home-Office arbeitsrechtlich geschützt werden. Die Bundesregierung hat daher angekündigt, dass es durch Erarbeitung einer Musterevaluierung für den Arbeitsplatz und eines Leitfadens mehr Informationsangebote geben wird. Was darunter genau zu verstehen ist, bleibt abzuwarten. Den Arbeitsinspektoraten wird es im Zuge dessen aber nicht gestattet sein, sich zu Kontrollzwecken Zugang in die private Wohnung zu verschaffen. Das vorgestellte Home-Office-Paket enthält keine spezifischen Regelungen zum Datenschutz im Home-Office. Dabei wirft die Arbeit von zu Hause aus viele datenschutzrechtliche Fragestellungen und Sicherheitslücken auf.

„Zumindest ein Warnhinweis für die Einhaltung des Datenschutzes im Home-Office wäre aus Gründen der Sensibilisierung sinnvoll gewesen. Denn auch im Home-Office gelten alle datenschutzrechtlichen Vorgaben uneingeschränkt fort. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter jedenfalls zur Einhaltung verständlicher und praktisch umsetzbarer datenschutzrechtlicher Regelungen verpflichten“, ergänzt Datenschutzexperte Sascha Jung.