Insolvenzen

Acredia Versicherung AG

Marina Machan
Marina Machan

Die Insolvenzen bleiben voraussichtlich auch 2021 auf künstlich niedrigem Niveau. „Wir hatten in den ersten beiden Monaten 2021 bei den eröffneten Insolvenzen ein Minus von 60 Prozent gegenüber 2020“, erläutert Acredia-Expertin Marina Machan die aktuelle Situation.

„Unter der Annahme, dass die Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung noch bis zum Ende des Sommers weitergehen und sich dieser Trend bis dahin so fortsetzt, könnte das Jahr 2021 ein Minus von 39 Prozent bringen. Trotz einer der größten Wirtschaftskrisen sind Insolvenzen in Österreich so niedrig wie zuletzt vor 30 Jahren. Das zeigt, wie stark die Insolvenzentwicklung von der tatsächlichen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und dem aktuellen Zustand der Unternehmen entkoppelt ist. Die Insolvenzentwicklung ist derzeit nicht von Marktmechanismen, sondern von der weiteren Entwicklung und dem Fortbestand der Unterstützungsmaßnahmen abhängig. Das wird nicht ewig so weitergehen – ein unmittelbarer und sprunghafter Anstieg ist aber noch nicht in Sicht.“

Für Österreichs wichtigsten Exportmarkt Deutschland prognostiziert Euler Hermes in einer aktuellen Analyse einen Zuwachs der Insolvenzen im Jahr 2021 von 6 Prozent, allerdings erst ab dem zweiten Halbjahr und von sehr niedrigem Niveau kommend. Erst im Laufe von 2022 dürften die deutschen Pleiten um rund 15 Prozent zunehmen.