Keine rasche Erholung

Coface

Declan Daly Regional CEO f. Zentral- und Osteuropa

„Der Transportsektor wird sich nicht vor 2022 auf das Niveau des vierten Quartals 2019 erholen. Wir rechnen mit einem ‚langen Leiden‘ für die gesamte Luftfahrtbranche. Derzeit gibt es keinerlei Anhaltspunkte für eine rasche Erholung des Transportsektors“, erläutert Declan Daly, Regional CEO für Zentral- und Osteuropa. Im aktuellen Szenario der Coface-Ökonomen wird der Umsatz der börsennotierten Unternehmen des globalen Transportsektors im 4. Quartal 2020 um 32 Prozent und im 4. Quartal 2021 noch um 5 Prozent niedriger sein als im Vergleich zum Jahresende 2019. „Sollte es zu einer zweiten Pandemiewelle in diesem Jahr kommen, wäre der Umsatz im 4. Quartal 2020 sogar um 57 Prozent und im 4. Quartal 2021 um 27 Prozent niedriger als Ende 2019“, ergänzt Daly. Die Transportbranche wurde besonders heftig betroffen, weil sich die Wirtschaftstätigkeit laut Coface bereits vor der Krise verlangsamt hatte. Am stärksten hat es den Luftverkehr betroffen. Der Umsatz dürfte im Basisszenario um 51 Prozent und im Falle einer zweiten COVID-19-Welle bis Ende 2020 um 57 Prozent zurückgehen. Der Einbruch des Reiseverkehrs führte auch zu einem starken Rückgang der Luftfrachtkapazität, da der Großteil der Fracht von Passagierflugzeugen mitbefördert wird. Ebenso ist im See- und Schienenverkehr auf globaler Ebene eine starke Verschlechterung zu verzeichnen – auch wenn es einigen Märkten, zum Beispiel dem Schienengüterverkehr zwischen China und Europa, relativ gesehen, besser geht. Der Schlüssel für eine positive Entwicklung könnte, so die Coface-Experten, in Innovationen liegen. „Auf lange Sicht werden Nachhaltigkeit und Umweltschutz die bestimmenden Herausforderungen für den Verkehrssektor und hier insbesonders für die Luftfahrt bleiben. Es wird Innovationen brauchen, die einen weniger umweltbelastenden Verkehr ermöglichen“, so Daly mit einem Ausblick.