Motorrad Statistik

ÖAMTC/Statistik Austria

Laut ÖAMTC und Statistik Austria sind im ersten Halbjahr nur 30 Motorradfahrer tödlich verunglückt, deutlich weniger als im Vergleichszeitraum der Vorjahre (2019:44; 2018:54). Die meisten tödlichen Motorradunfälle gab es in Oberösterreich (11) vor Niederösterreich (8), Kärnten, Salzburg, der Steiermark, Tirol, Wien (je 2) und Vorarlberg (1). „Der Rückgang ist auf das verringerte Verkehrsaufkommen durch Corona und teilweise suboptimale Wetterverhältnisse seit Mai zurückzuführen“, erklärt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. Eine Analyse der Unfallstatistik der vergangenen Jahre zeigt: Die meisten Motorradunfälle (fast 90 Prozent) passieren bei guten Fahrbedingungen – tagsüber und auf trockener Fahrbahn. Die kommenden Sommerwochen können die Bilanz also noch verschlechtern, denn besseres Wetter sowie die Urlaubszeit könnten die Biker zu vermehrten Ausfahrten und verringertem Risikobewusstsein animieren. Die Unfalltypen und -ursachen sind laut Analyse der ÖAMTC-Unfallforschung in den vergangenen Jahren konstant: Die meisten Motorradunfälle sind Alleinunfälle (rd. ein Drittel), verursacht meist durch nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Unachtsamkeit / Ablenkung in Kombination mit mangelndem Fahrkönnen. Kreuzungsunfälle (rd. ein Viertel) passieren häufig durch Vorrangverletzungen – oft wird der Motorradfahrer vom Unfallgegner übersehen, z. B. Linksabbieger, die einen entgegenkommenden Biker nicht wahrnehmen. Bessere Sichtverhältnisse durch entsprechende bauliche Gestaltung der Straßeninfrastruktur sowie Pkw mit besserer Rundumsicht könnten derartige Situationen entschärfen. Ein weiteres Problem sind Unfälle im Richtungsverkehr (rd. ein Fünftel aller Motorradunfälle). Auch hier führen ungünstige Sichtverhältnisse zu einem toten Winkel, was dazu führen kann, dass ein überholender Motorradfahrer beim Spurwechsel übersehen wird.