Regeländerung bei MiFiD nach dem Brexit

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Seit dem Brexit spart das United Kingdom gegenüber der EU nicht mit drastischen Drohungen. Aber so einseitig scheint die Sache nicht, wenn auch täglich in der britischen Presse darüber berichtet wird, in welch panischem Zustand der „Block“ sei und wie viele EU-Mitglieder demnächst davonrennen werden.

Ein bisserl was scheint die Europäische Gemeinschaft auch in Händen zu halten. Und gar so schlecht scheinen die Karten der EU, der größten Friedensgemeinschaft Europas seit tausend Jahren, gar nicht zu sein. Der „Rückschlag“ kommt aus einer Ecke, die nur ganz wenige auf dem Ticket haben. Kurz vorweg: Die EU will Großbritannien die Zugeständnisse in MiFID II streichen.

Der Name ist Programm: Der Verhandlungsführer GB im Brexit-Streit heißt Frost. Besser geht´s gar nicht. Doch in der City of London ist man nicht amused. Die Regeländerung zielt daraufhin ab, die Marktstellung der Deutschen Börse gegenüber der London Stock Exchange bei Futures und anderen börsennotierten Derivaten zu festigen. Für internationale Banken wie Goldman Sachs und J.P. Morgan könnte dies bedeuten, dass der Brexit noch schwerwiegende Folgen haben könnte. Markus Ferber, deutscher EU-Abgeordneter schrieb an Bloomberg: „Es wäre “naiv”, etwas anderes anzunehmen.“ Es geht um viel. Um die gesamte Finanzarchitektur. Nach dem Brexit wird der Zugang von Finanzdienstleistern in Großbritannien zur EU von einem Prozess abhängen, der als Äquivalenz bezeichnet wird. Für die EU das „Schöne“ daran: Die EU hätte einseitig das Recht, britische Unternehmen vom EU-Markt auszuschließen.“ Nathaniel Lalone, Partner bei der Anwaltskanzlei Katten in London meint dazu, wenn die Spielregeln verändert werden, würde das der EU mehr Hebelwirkung verleihen. UK will in Hinkunft, dass Fondsmanager für Investment-Research unabhängig von den Handelsdienstleistungen zahlen. Investoren in England würde das, der britischen Aufsichtsbehörde FSA zufolge, Einsparungen von bis zu einer Milliarde Pfund einbringen. Über fünf Jahre gesehen. Deutschland und Frankreich sprechen bereits darüber, wesentliche Teile einer Finanzverordnung zurückzunehmen. Da wird sich der britische BREXIT-Rambo aber freuen.