Sichtbares Wachstum

Bundesgremium der Versicherungsagenten

KommR Horst Grandits ©Andreas Kraus

Trotz der erfreulichen Zahlen findet der Bundesgremialobmann der Versicherungsagenten KommR Horst Grandits warnende Worte: „Diese stabile Entwicklung ist eine Momentaufnahme. Durch die auslaufenden Covid-19-Hilfspakete können zeitverzögerte Insolvenzen eintreten, die wiederum Auswirkungen auf die Provisionseinnahmen der Agenten haben können“, sagt er. Staatliche Kompensationen für die wegfallenden Prämien für rund 9.700 Versicherungsagenten seien daher dringend notwendig. „Es handelt sich hier um ein Branchensegment mit einem Umsatz von 350 Millionen Euro. 2925 Beschäftigte sind darin involviert“, gibt er weiters zu bedenken.

Vorsicht ist geboten

Durch die effektiven Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung sank die Zahl der Insolvenzen im Gesamtjahr 2020 in Österreich um 39 Prozent. Im ersten Quartal des aktuellen Jahrs sanken die Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr sogar um bemerkenswerte 57 Prozent. Abgangsstundungen, Staatsgarantien, Fixkostenzuschüsse und Ausfallsboni werden allerdings nicht ewig halten und für immer bestehen. Es ist also durchaus denkbar, dass es in den kommenden Monaten zu verzögerten Insolvenzwellen kommt. Auf diese Situation müssen sich die Versicherungsagenten genauso flexibel und einfallsreich vorbereiten wie auf die unterschiedlichen Covid-19-Situationen, denen sie sich in der Vergangenheit gegenübersahen. Außerdem schließt sich in dieser Prognose der Kreis zur Mahnung Horst Grandits‘. In Kombination aus brancheninternem Weitblick und politischer Unterstützung liegt dementsprechend auch der Schlüssel zur Lösung noch kommender Herausforderungen.