Steigende Rückversicherungspreise

Munich Re

Doris Höpke Mitglied des Vorstandes ©Munich Re

Die Munich Re rechnet mit anhaltenden Marktverhärtungen in der Jänner-Erneuerung. „Die steigenden Preise bei vielen Wirtschaftsgütern und die jüngsten Großschäden sprechen für spürbar steigende Rückversicherungsraten in Europa. Die hohen Schäden durch das extreme Hochwasser in Zentraleuropa und die Zunahme mittelschwerer Wetterereignisse wie Dürren oder Waldbrände treffen Bereiche mit teilweise nicht risikoadäquaten Preisen und Bedingungen. Die höhere Inflation geht zudem einher mit immer noch niedrigen Verzinsungen bei den Kapitalanlagen. Ich sehe deshalb Impulse für eine anhaltende Marktverhärtung bei den Erneuerungen,“ so Doris Höpke Mitglied des Vorstandes. Auch die Munich Re sieht eine Veränderung bei den zu bewältigenden Aufgaben privater Versicherungsunternehmen. Wo die Risikowahrnehmung der Menschen zu gering ist oder das Risiko die Tragfähigkeit privater Versicherer übersteigt, arbeiten Versicherer aktiv an neuen Lösungen mit. „Beispielhaft seien hier eine immer wieder diskutierte Pflichtversicherung für Flutschäden in Deutschland oder der denkbare Aufbau von staatlich gestützten Risikopools genannt, die für das Absichern von pandemiebedingten Betriebsunterbrechungen nötig wären. Auch für bestimmte Cyber-Risiken mit systemischem Charakter, z.B. als Folge von Cyber-War-Angriffen, wären staatlich gestützte Risikopools nötig, da diese nicht von Versicherern alleine geschultert werden können,“ so Doris Höpke weiter. „Ich sehe die Rolle von Versicherung in Zukunft so: Wir wollen der wesentliche Partner für umfassendes Risikomanagement sein, ein Resilienzanbieter sozusagen. Grundlage für Versicherung und jedes Risikomanagement ist, das Risiko zu beobachten, zu verstehen und vorausschauend Lösungen zu entwickeln, um langfristig die Gesellschaft zu stärken. Und natürlich wollen wir dazu beitragen, dass die große Versicherungslücke verringert wird, die auch in vielen Industrieländern besteht, etwa in Deutschland bei der Versicherung von Flutschäden. Andernfalls bleiben Menschen auf finanziellen Schäden sitzen oder müssen auf staatliche Hilfen hoffen, obwohl sie gegen eine angemessene Prämie versicherbar wären“, so Doris Höpke anlässlich der Rückversicherungskonferenz Baden-Baden weiter.