Vorwärts in die Vergangenheit

Quelle http://geschichtewiki.wien.gv.at

Wie die zuständige Wiener Stadträtin Ulli Sima aktuell mitteilt, will man das Netz der Wiener Straßenbahn ins Umland ausbauen. Als erste „stadtferne“ Ziele werden genannt: Schwechat, Groß-Enzersdorf und Kaltenleutgeben. Bis 2029 will die Stadt Wien rund 860 Mio. Euro in den Straßenbahn-Ausbau investieren. Ab 2023 soll man mit der BIM von Simmering nach Schwechat/Rannersdorf fahren können. Und die Kaltenleutgebener Bahn soll auch wiederbelebt werden. Das aber ist ferne Zukunft. Immerhin sind jetzt die beiden betroffenen Bundesländer, Wien und NÖ, darüber einig, dass ein Ausbau des Nahverkehrs Sinn macht. Jetzt geht es zuerst einmal darum wer was, wofür und wie viel bezahlt. Aber immerhin, das sei mit Stolz vermeldet, schon jetzt betreibt Wien das weltweit sechstgrößte Straßenbahnnetz.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass man viel früher schon viel weiter mit der BIM ins Umland fahren konnte. Mit Frohsinn entfernte man in der Nachkriegszeit (WW2) die bestehenden Trassen. Heute meinen nicht wenige, dass dies damals ein Fehler war. Doch Vorwürfe sind fehl am Platz. Es war eben die Zeit des aufkommenden Kfz-Verkehrs. Man war modern.
Bis 1967 fuhr die Straßenbahnlinie 360 von Hietzing über Mauer, Rodaun, Perchtoldsdorf, Brunn nach Mödling. Laut Wikipedia schon seit 1887. So eine Linie sollte es heute geben. Aussichtslos, die Trasse ist längst verbaut. Übrigens, von Mödling konnte man ab 1883 mit der „Elektrischen“ in die Hinterbrühl fahren. Vielleicht erinnern sich noch einige auf den „gemischten“ Betrieb der Linie 18G. Das war halb Stadtbahn, halb Straßenbahn. Ausfahrt auf das Straßen Niveau war bei der Station Gumpendorferstrasse. Heute würde man das vielleicht cool „Hybridbetrieb“ nennen?
Bis 1970 fuhr die Linie 217 bis Großjedlersdorf und mit der Linie 317 nach Groß-Enzersdorf. Und noch früher konnte man von der (Wiener) Salztorbrücke bis Stammersdorf und weiter nach Auersthal fahren. Bis 1913 mit einer Verlängerung nach Groß-Schweinbarth. Die Streckenlänge der BIM stieg um 1930 auf 318 Km. (Wiki). Davon gibt es heute noch 220 Km. So die offizielle Information. Und die „alte“ Zahnradbahn auf den Kahlenberg soll hier auch erwähnt werden. Und noch ein wenig Eisenbahngeschichte: Unter Bürgermeister Lueger betrieb die damaligen Tramway ein Netz von 99 Linien. Heute gibt es deren 29 – und 127 Buslinien.