Wiener Ringturm feiert Geburtstag

Wiener Städtische Versicherung

Eine unvergessene Gleichenfeier am 19. Juli 1954: Hoch hinaus tanzte das Staatsopernballett auf dem noch unfertigen Dach des Ringturms. © Henisch Wiener Presse-Fotos

Mit den Worten „Das ist nicht Amerika, das ist Österreich…“ berichtete die Wochenschau über die feierliche Eröffnung des Ringturms am 14. Juni 1955. Der 73 Meter und 20 Stockwerke hohe historische Büroturm wurde in nur zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt und auf Initiative des damaligen Wiener Städtischen Generaldirektors Norbert Liebermann errichtet. Für sein Vorhaben, eine moderne Zentrale nach amerikanischem Vorbild für die Wiener Städtische Versicherungsanstalt an der Ecke Schottenring/Kai im ersten Wiener Gemeindebezirk errichten zu lassen, beauftragte Liebermann Architekt Erich Boltenstern. „Ursprünglich waren zwei Bürotürme, also ein Hochhaus auf jeder Seite des Schottenrings, geplant. Es blieb aber bei einem Ringturm, der mit seiner Eröffnung fast auf den Tag genau einen Monat nach Unterzeichnung des Staatsvertrags ein starkes Symbol für die wiedererlangte Freiheit, Modernität und den Wiederaufbau unseres Landes war“, erklärt Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins.

Wetterleuchten und Ringturm-Foxtrott

Am Dach des Ringturms wurde zusätzlich ein 20 Meter hoher Mast installiert, der mit der Hohen Warte verbunden ist und mittels verschiedenfarbiger Lampen bis heute Wetterprognosen signalisiert. Außerdem machte ein öffentlicher Wettbewerb zur Namensfindung – für den Namen „Ringturm“ erhielt der Sieger 100 Schilling – sowie ein Lied im Takt des damals beliebten Foxtrott und ein eigens verfasstes Gedicht den WienerInnen ihr erstes Hochhaus schmackhaft. Heute ist der Ringturm Sitz des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, der Vienna Insurance Group Wiener Versicherung Gruppe (VIG) sowie der Wiener Städtischen Versicherung. Der rundum verglaste 20. Stock des Ringturms bietet einen faszinierenden Blick über ganz Wien und, bei guten Wetterbedingungen, sogar bis in die Slowakei.