„Zukunft der Kriminalität“

Kuratorium für Verkehrssicherheit

© Gorodenkoff Productions OU

Neue Zeiten bringen neue Kriminalitätsformen. Die neue Studie des KFV gewährt nun Einblicke in die Kriminalität der Zukunft. „Speziell Kriminalitätsfelder, die innovativ oder neuartig sind, stellen für Strafverfolgungsbehörden eine Herausforderung dar. Galt Cybercrime noch vor wenigen Jahren als „neue“ Kriminalitätsform, so beschreibt die Polizei die Bekämpfung heutzutage als besonders herausfordernd. Die Zahlen steigen stetig. Die Dunkelziffer ist enorm“, erklärt Direktor Dr. Othmar Tann. Die 5G Technologie wird eine drahtlose Konnektivität in Echtzeit für jedes Gerät des „Internet der Dinge“ (Internet of Things/IoT) ermöglichen, wie beispielsweise autonome Autos oder sensorgesteuerte Fabriken. Auch Hacker können die Geschwindigkeit und das Volumen von 5G nutzen, um schneller mehr Daten zu erfassen bzw. zu stehlen. Das Bewusstsein, welche Geräte im Netzwerk operieren und damit angreifbar sind, muss sowohl im privaten als auch im betrieblichen Kontext enorm verbessert werden. Das Risiko Opfer von Cyberangriffen zu werden steigt mit zunehmender Digitalisierung stark an. Vor allem im Bereich der Opterational Technology (OT) in der Industrie wird ein großer neuer Angriffsvektor entstehen, sobald diese Bereiche in ein Netzwerk eingebettet werden. Je mehr Unternehmen ihre internen Abläufe in die Cloud verlagern, desto wichtiger wird ein inklusives, durchdachtes Sicherheitskonzept, das auf all diese Risiken vorbereitet ist. Hier besteht großer Nachholbedarf, denn die momentane Absicherung der Cloudsysteme ähnelt eher einem kleinen Vorhängeschloss als einem massiven Safe. Künstliche Intelligenz ist in ihrer ersten Stufe bereits in Form von Alexas oder Siris festes Element unserer digitalen Unterhaltung. In der zweiten Stufe, der starken oder General KI, gibt es für künstliche Intelligenz keine Beschränkungen mehr. Das System ist dann im Stande, sein Wissen und seine Fähigkeiten in ganz unterschiedlichen Kontexten anzuwenden. Diese Stufe der AI wird wohl zwischen 2030 und 2060 Realität. Was bereits klar scheint ist, dass Quantencomputer sämtliche gängigen Kryptosysteme, Sicherheitsprotokolle und andere Schutzmechanismen obsolet machen werden. Die herausforderndste Frage der Zukunft wird sein, ob und wie der legale Zugang zu Quantencomputern eingeschränkt wird. „Die hohe Innovationskraft und die Geschwindigkeit der Digitalisierung werden dazu führen, dass auch nationales, europäisches und internationales Recht auf vielfältige neue Art und Weise reformiert bzw. interpretiert werden müssen, um den neuen Bedrohungen zu begegnen“, so Thann.