Allianz Global Pension Report

Allianz

Andreas Csurda, Vorstand der Allianz Pensionskasse AG
Andreas Csurda, Vorstand der Allianz Pensionskasse AG

Ein mäßiges Zeugnis stellt der Allianz Global Report dem österreichischen Pensionssystem aus: Unter den 70 bewerteten Ländern rangiert Österreich lediglich auf Rang 34. Analysiert wurden nicht nur die demographischen und fiskalischen Grundvoraussetzungen, sondern auch die Nachhaltigkeit und Angemessenheit der Pensionssysteme. In den nächsten drei Jahrzehnten wird der Anteil der Über-65-jährigen an der Erwerbsbevölkerung in Österreich auf über 50 Prozent steigen. „Unsere staatliche Pension ist sehr gut ausgebaut, die betriebliche Pension oder private Vorsorge geraten dabei vergleichsweise ins Hintertreffen. Uns muss bewusst sein, dass aktive Beitragszahler das jetzige Pensionssystem stützen. Das heißt es braucht die junge Generation, um derart hohe Belastungen in der staatlichen Pension zu finanzieren. Genau das birgt aber für die Zukunft einen potenziellen Generationenkonflikt“, so Andreas Csurda, Vorstand der Allianz Pensionskasse AG. In Sachen Nachhaltigkeit der Pensionssysteme, also wie Systeme auf den demografischen Wandel reagieren, findet sich Österreich auf Platz 51 des Rankings. Mangelndes Bewusstsein ortet der Allianz Global Pension Report vielerorts hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Pensionssysteme. 1950 konnte ein 65 Jahre alter Mann in Europa erwarten, bis zu seinem Tod noch etwa 12,5 Jahre im Ruhestand zu verbringen. Heute liegt diese Zahl bereits bei 17,6 Jahren, und bis zum Jahr 2050 wird sie auf 20,8 Jahre ansteigen. Als Konsequenz daraus verschiebt sich das Verhältnis der Zeitspannen von Erwerbsleben und Ruhestand signifikant. Länder, die das Pensionsalter oder Pensionsleistungen an die Lebenswertwartung koppeln, wie beispielsweise die Niederlande, haben daher ein nachhaltigeres Pensionssystem als solche Länder, in denen die weitere Erhöhung des Pensionsalters ein politisches Tabu darstellt. Neben der Nachhaltigkeit beschäftigt sich der Report mit der Angemessenheit des Pensionssystems – also der Frage, ob das System einen angemessenen Lebensstandard im Alter sicherstellt. Wie eine Reihe anderer Länder legt auch Österreich größeres Gewicht auf den Wohlstand der heutigen Generation, als auf jenen zukünftiger Pensionisten, heißt es. Dementsprechend liegt unsere Heimat in Sachen Angemessenheit der Pensionen auf Platz 10 weltweit. Dies ist vor allem der großzügigen staatlichen Pension zu verdanken, denn gemessen am Durchschnittseinkommen werden mit Ausnahme Italiens nirgendwo in Europa höhere staatliche Pensionen gezahlt als hierzulande.