Digitale Nachlässigkeit

PwC Österreich

In einer zunehmend vernetzten und technologiegetriebenen Geschäftswelt ist das Thema Vertrauen wichtiger denn je, so das Ergebnis der aktuellen PwC-Studie. Fast jedem zweiten Unternehmen weltweit gelingt es jedoch nicht, sich adäquat gegen digitale Bedrohungen zu wappnen und es riskiert dadurch den Verlust dieses Vertrauens. Nur 23 Prozent der Unternehmen richten ihre Sicherheitsvorkehrungen nach den Geschäftszielen aus und weniger als die Hälfte haben sich umfassend auf die EU-DSGVO vorbereitet. Wenn man annimmt, dass das nur Kleine und Mittlere Unternehmen betrifft, der irrt. Denn lediglich 23 Prozent der Firmen mit einem Umsatz über 100 Millionen US-Dollar planen ihre Sicherheitsvorkehrungen mit den Geschäftszielen in Einklang zu bringen. „Die Prioritäten bei der Bekämpfung von Cyber-Risiken haben sich verschoben: Lag der Fokus vor einigen Jahren noch darauf, die IT-Sicherheit zu gewährleisten, so ist heute ein ganzheitlicher Ansatz gefragt, der den Umgang mit allen digitalen Risiken umfasst“, so die Einschätzung von Georg Beham, Partner und Experte für Cybersecurity & Privacy bei PwC Österreich. Das benötigt aber wiederum die Einbindung der Mitarbeiter und Security Officer in die Organisation der Unternehmen. Nur 34 Prozent geben an, dass ihr Unternehmen über ein Schulungsprogramm zum Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter verfügt. Lediglich 31 Prozent bieten verbindliche Mitarbeiterschulungen zu Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien an. Aber auch bei der Kommunikation und dem Austausch von Informationen mit der Geschäftsführung bzw. den Aufsichtsgremien gibt es noch Luft nach oben: Nur gut ein Viertel der befragten Manager (27 Prozent) ist der Meinung, dass die Aufsichtsebene ausreichend Informationen erhält, um Cyber- und Datenschutzrisiken zu managen. Besonders bei der Einführung neuer Technologien können es sich Unternehmen nicht erlauben, das Vertrauen ihrer Kunden aufs Spiel zu setzen – und tun es doch: 81 Prozent der Führungskräfte weltweit halten das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) für geschäftskritisch, aber nur 39 Prozent haben bei der Umsetzung ausreichend Sicherheitsmaßnamen eingebaut, um digitales Vertrauen sicherzustellen. Lediglich 30 Prozent wollen in den kommenden zwölf Monaten in IoT-Sicherheit investieren.

Damit verspielen viele Unternehmen die Chance, sich durch eine konsequente Ausrichtung auf Vertrauen zu differenzieren, denn: „Vertrauen entwickelt sich im digitalen Zeitalter zum Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die ihren Kunden und weiteren Stakeholdern ein hohes Maß an Sicherheit, Zuverlässigkeit, Datenschutz und Daten-Ethik gewährleisten, gehört die Zukunft“, ist Georg Beham überzeugt.