Naturkata­strophen und ihre Auswirkungen

Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO)

Unwetter verursachen nun bereits fast jährlich neue Rekordschäden. Und noch immer werden die Auswirkungen von Naturkatastrophen sowohl in materieller als auch in psychischer Hinsicht unterschätzt.

Die vielen Ereignisse der letzten Jahre bestätigen, dass auch Österreich von Extremwetterereignissen beziehungsweise Naturkatastrophen nicht verschont bleibt. Hierzulande sind es vor allem Stürme, Hochwasser, Schnee und Hagel, Hitzewellen sowie Erdbebengefahren, die Präventivmaßnahmen immer wichtiger machen. „Die gesamtwirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen steigen weltweit. Im Jahr 2017 verursachten Naturkatastrophen Gesamtschäden von 340 Milliarden US-Dollar. Damit entstand im vorigen Jahr die zweithöchste Schadenssumme überhaupt. Das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr 2016 mit 175 Milliarden US-Dollar. Der Wert entspricht grob der Wirtschaftsleistung eines gesamten Jahres eines Landes wie Dänemark“, erläutert VVO-Präsident Vorstandsvorsitzender KR Mag. Dr. Othmar Ederer. Die weltweiten Ereignisse aus dem Jahr 2017 lassen folgenden Trend in Österreich erkennen: Auch hierzulande wird die Zahl der Extremwetterereignisse weiter ansteigen. „Schäden in Höhe von jährlich weit mehr als 200 Millionen Euro verursacht durch Naturkatastrophen sind möglich. Die ersten schweren Schäden 2018 gab es bereits im April. In Summe entstand ein Gesamtschaden in der Landwirtschaft von mehr als 2 Millionen Euro, primär bedingt durch Hagel und Überschwemmungen“, so Ederer.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat erstmals auch die psychischen Folgen von Extremwettereignissen in Österreich in Form einer Studie untersucht. Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV: „Augenscheinlich sind es natürlich materielle Schäden, welche durch Naturkatastrophen verursacht werden. Aber auch die immateriellen Beeinträchtigungen durch das Erlebte wiegen oft schwer.“ So schildern Betroffene das einprägende Gefühl der Ohnmacht und den Kontrollverlust („Du stehst da und weißt, du kannst nichts mehr machen.“) verbunden mit (Überlebens-)Ängsten in der unmittelbaren Ereignissituation („Am ärgsten waren die Geräusche und der Geruch.“). Für viele Betroffene bleibt nach dem Schockerlebnis des unmittelbaren Ereignisses ein großes Gefühl der Unsicherheit zurück. Auch langfristige psychische Folgen sind in Österreich nach Naturkatastrophen keine Seltenheit. So gab ein Großteil der bereits durch Extremwetterereignisse Betroffenen an, sich unmittelbar nach dem Ereignis in ihrer eigenen Umgebung nicht mehr sicher gefühlt zu haben. Dies äußerte sich darin, dass 40 Prozent der Betroffenen angaben, sich wegen einer Wiederholung der Naturgewalt zu sorgen. 17 Prozent führten an, seit dem Ereignis schreckhafter beziehungsweise unsicherer zu sein, jeweils 6 Prozent der Befragten litten zumindest in der Zeit nach dem Erlebten unter Schlafstörungen. „Die psychischen Folgen von Extremwetterereignissen in Österreich umfassen nicht nur ein beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl, sondern führen oft auch dazu, dass sich das Leben der Betroffenen schlagartig ändert. Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Angst z. B. vor der Natur und Schlafstörungen sind die noch häufig leichteren Probleme, mit denen Betroffene nach einem Ereignis konfrontiert sind“, erklärt Thann. Oftmals führt das Erlebte zu traumatischen Belastungen, die psychologisch behandelt werden müssen. 

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