Österreich im Medaillenfieber

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vlnr-Lukas Rost, Paul Johann Dorfer, Michael Schembera Maciej Swiatek _©privat_abdruck

Mit einem großen Erfolg für Österreich ging die 53. Internationale Chemieolympiade (IChO) zu Ende. Die vier österreichischen Teilnehmer konnten eine Silber- sowie drei Bronzemedaillen gewinnen. Die vier Schüler mit den besten Leistungen bei der österreichischen Chemieolympiade durften an dem internationalen Wettbewerb teilnehmen, der heuer von Japan ausgetragen wurde. Im Gegensatz zu den in Tokyo stattfindenden Olympischen Sommerspielen musste die in Osaka geplante Chemieolympiade allerdings ins Internet ausweichen.
Jeder des vierköpfigen österreichischen Teams konnte sich über eine Medaille freuen: Michael Schembera vom Gymnasium in Sachsenbrunn über eine Silbermedaille, Paul Johann Dorfer vom BG Tamsweg, Lukas Rost vom BG/BRG St. Pölten und Maciej Swiatek vom BRG16 in Wien errangen je eine Bronzemedaille.
„Für die Teilnahme an dem Bewerb ist umfangreiches Fachwissen in Chemie notwendig, das deutlich über das Schulwissen hinausgeht“, erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin vom Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs, der sowohl die Austragung der österreichischen Chemieolympiade als auch die Teilnahme an der internationalen seit vielen Jahren unterstützt. „Die Herausforderungen, vor die uns das Virus aktuell stellt, machen deutlich, wie wichtig chemisch-naturwissenschaftliche Forschung ist und wie dringend wir engagierte Wissenschaftler brauchen“, ergänzt Hofinger und gratuliert den vier erfolgreichen österreichischen Teilnehmern herzlich.
„Es ist ein gutes Gefühl, dass sich die harte, über das Jahr geleistete Arbeit gelohnt hat. Vor allem die Wochen vor der IChO waren anstrengend und erforderten ein hohes Maß an Durchhaltevermögen,“ resümiert der Olympionike Michael Schembera. Als einer von 1700 Schülerinnen und Schülern aus Österreich und Südtirol hatte er sich im Herbst 2020 zum Chemieolympiade-Vorbereitungskurs angemeldet, der allerdings heuer pandemiebedingt von der Behörde gestrichen wurde. „Diese Form der Begabtenförderung ist in Österreich einzigartig, versucht sie doch „chemischen Breitensport“ und “Spitzensport“ unter einen Hut zu bringen“, meint Georg Schellander dazu, der als Chemieolympiade-Bundeskoordinator für die Organisation des österreichischen Wettbewerbs zuständig ist.
Ein fünfstündiger Theoriebewerb geschrieben unter Videoüberwachung stellte die Jungtalente vor große Herausforderungen. Bronzemedaillengewinner Dorfer dazu: „Der Bewerb fiel vor allem durch die sehr umfangreichen Beispiele auf. Wir haben uns dadurch jedoch nicht abschrecken lassen und freuen uns sehr über das tolle Ergebnis.“
Die Idee der Internationalen Chemieolympiade wurde 1968 in der ehemaligen Tschechoslowakei entwickelt. An den ersten 11 Olympiaden nahmen hauptsächlich Schüler aus dem damaligen Ostblock teil, bis die 12. Internationale Chemieolympiade in Österreich ausgetragen wurde. Mittlerweile sind weltweit 80 Länder involviert, die jährlich ihre besten Chemieschüler an den Start schicken dürfen. Die Teilnahme an diesem schwierigen Wettbewerb erfordert ein hohes Maß an Verständnis und Interesse für die Chemie und eine hervorragende Fähigkeit, chemische Teilbereiche untereinander sowie mit der Praxis in Beziehung zu setzen. Heuer nahmen 312 Jugendliche aus 79 Ländern teil.