Prüfungsschwerpunkte

FMA

Mag. Helmut Ettl und Mag. Klaus Kumpfmüller
Mag. Helmut Ettl und Mag. Klaus Kumpfmüller

Die FMA hat die Prüfungsschwerpunkte für das nächste Jahr veröffentlicht. Besonderen Augenmerk wird folgenden Themen gewidmet: Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle, Sauberkeit des Finanzplatzes Österreich, kollektiver Verbraucherschutz, Krisenfestigkeit der Finanzdienstleister und die Governance der beaufsichtigten Unternehmen verbessern.
Zu jedem dieser Themenfelder hat die FMA eine Reihe konkreter Maßnahmen definiert, mit denen die Prüfschwerpunkte operationalisiert werden. So werden beispielsweise die Herausforderungen durch die Digitalisierung unter anderem dadurch adressiert, dass die Prüfungen im Bereich IT- und Cyber-Sicherheit weiterentwickelt werden, die Risiken, die sich aus der Digitalisierungsstrategie der Unternehmen ergeben, analysiert und adressiert werden, sowie die digitale Vernetzung von Marktteilnehmern und die daraus resultierenden Konzentrationsrisiken erhoben und eingedämmt werden. Um die Sauberkeit des Finanzplatzes Österreich weiter zu verbessern, wird die Null-Toleranz-Linie in der Prävention der Geldwäsche konsequent fortgesetzt und erstmals in die Welt der Krypto-Assets ausgedehnt. So haben sich Betreiber elektronischer Geldbörsen (Wallets) sowie Tausch- und Handelsplattformen von Krypto-Währungen registrieren zu lassen und die Sorgfaltspflichten zur Prävention der Geldwäsche einzuhalten. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzmärkte und ihre Teilnehmer sind zwar noch kein eigener Aufsichts- und Prüfschwerpunkt, aber unter dem Ziel „Krisenfestigkeit stärken“ werden alle notwendigen Vorbereitungen dazu getroffen: Analyse der Betroffenheit einzelner Marktsegmente und –teilnehmer, Erhebung des Ist-Standes beim Management von ESG-Risiken (Environment, Social, Governance) sowie die Erarbeitung eines Leitfadens zum Management von Nachhaltigkeitsrisiken. Im Aufsichtsschwerpunkt Kollektiver Verbraucherschutz wird etwa die erfolgreich implementierte Initiative zur Schaffung von Kostentransparenz weiterentwickelt, der Ansatz der integrierten Vertriebsaufsicht fortgesetzt sowie der nicht veröffentlichte Marktbericht ausgebaut. „Das Instrument, Aufsichts- und Prüfschwerpunkten für das kommende Jahr festzulegen und zu veröffentlichen hat sich bewährt. Einerseits trägt dies dazu bei, Bewusstsein für die wesentlichen Risiken und Herausforderungen der kommenden Jahre zu schaffen. Andererseits leistet deren Veröffentlichung einen wertvollen Beitrag zur Transparenz und Nachvollziehbarkeit des aufsichtlichen Handelns und stärkt das Vertrauen in den österreichischen Finanzmarkt“, so Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller.