Versicherungs­schutz bei Corona

VVO

Kurt Svoboda, Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO
Kurt Svoboda, Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO

Der Corona-Virus hat nun auch Österreich erreicht, was die Frage aufwirft welche Versicherungsleistungen eigentlich davon betroffen wären. Daher skizzierte Kurt Svoboda, Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO, bei der Rückschau auf das Versicherungsjahr 2019, auch die möglichen Folgen des Corona-Virus auf die Versicherungswirtschaft. Dabei wies er darauf hin, dass in den letzten Tagen vor allem die Veranlagungsseite sehr stark unter den Folgen der Ausbreitung des Virus gelitten hat, was wiederum zur Folge hat, dass das Verhältnis von Anlage und Risiko nicht im Einklang ist. „Wir haben gesehen, dass Aktienkurse und Anleihekurse in den letzten Tagen gefallen sind, auf der anderen Seite erwarten wir aber auch nicht viele Leistungsfälle“. Das Verhältnis zwischen den beiden Komponenten wird international mit 2:1 beurteilt. D.h. die Anlageseite wird um das Zweifache höher betroffen sein als die Risikoseite, erklärt Svoboda. Die klassischen Leistungen, die in Österreich gedeckt sind, sind die Reisestornoversicherung und auch bei der Betriebsunterbrechungsversicherung gibt es einzelne Produkte, die eine Schließung eines Werkes oder Unternehmens aufgrund von Pandemie abdecken, erklärt Svoboda. Bei der privaten Krankenversicherung ist man durch das Instrument des Taggelds versichert. Der Rest ist bei Quarantäne staatlich geregelt. Sollte es zu Todesfällen kommen ist bei den meisten Lebensversicherungen die Pandemie mitinkludiert, so Svoboda.

Unterschiedliche Maßnahmen der Betriebe

Ca. 60.000 Personen sind in der Versicherungswirtschaft beschäftigt. „Es gibt dabei unterschiedliche Maßnahmen, die die Unternehmen setzen Von Flugreisen, die untersagt werden, bis hin zum „mobilen Arbeiten“, wenn Fälle auftreten würden“. Svoboda beschwichtigt jedoch: Aus heutiger Sicht können die Gefahren durch das Corona-Virus als normaler Versicherungsfall gesehen werden, mit einem Leistungsvolumen von vielleicht 100.000 Euro, so der VVO-Chef vorsichtig.