Automotiv Studie 2022

Deloitte Österreich

©©Kara - stock.adobe.com

Laut der jährlichen Global Automotive Consumer Study des Beratungsunternehmens Deloitte stehen PKW mit Verbrennungsmotoren bei den Österreichern noch immer hoch im Kurs. Damit Österreich bis 2040 die angestrebte Klimaneutralität erreicht, sind neben den bestehenden Fördermodellen für E-Autos weitere Anreize notwendig. Wenn sich heimische Konsumenten für ein E-Auto entscheiden, dann ist der Umweltgedanke der Hauptbeweggrund. Generell setzen die meisten Österreicher unverändert stark auf den Individualverkehr. Und: Die Corona-Krise hat nur geringen Einfluss auf das Kaufverhalten.

„In Österreich wollen fast 60 Prozent der Befragten bei ihrem nächsten Autokauf unverändert ein Benzin- oder Dieselauto anschaffen. Lediglich 14 Prozent bevorzugen ein E-Auto“, erläutert Matthias Kunsch, Partner bei Deloitte Österreich. „Damit Österreich bis 2040 die Klimaneutralität erreichen kann, müssen zusätzliche Schritte gesetzt werden. Der Umstieg auf E-Autos wird noch attraktiver, wenn die Reichweite der Fahrzeuge weiter gesteigert wird. Außerdem muss in den flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur investiert und die Ladedauer verkürzt werden.“
Umweltschutz und Treibstoffkosten beeinflussen Kaufentscheidung
Wenn der Kauf eines E-Autos in Betracht gezogen wird, ist der Umweltgedanke der Hauptbeweggrund: 67 Prozent der österreichischen Befragten sind der Meinung, dass durch Elektroautos im Kampf gegen den Klimawandel schädliche Emissionen gesenkt werden können. Auch die hohen Tankkosten für Benzin- und Dieselfahrzeuge sind Argumente pro Elektromobilität: „61 Prozent sind der Ansicht, dass sie mit einem E-Auto ihre Treibstoffkosten reduzieren können. Fast ein Drittel entscheidet sich aufgrund des besseren Fahrgefühls für ein E-Auto“, erklärt der Deloitte Experte. Auf globaler Ebene sieht es ähnlich aus: In den USA, Deutschland und Japan steigen Konsumenten ebenfalls aufgrund der Klimakrise und der Treibstoffkosten auf E-Autos um.
Bereitschaft steigt, mehr für alternative Antriebsmodelle zu zahlen
Die Zahl der Käufer von Benzin- und Dieselfahrzeugen ist in Österreich zwar noch hoch, dennoch steigt langsam die Zahlungsbereitschaft für neue Technologien. „Insgesamt sind über zwei Drittel der Befragten bereit, für alternative Antriebsmodelle tiefer in die Tasche zu greifen – 14 Prozent davon würden sogar mehr als 2.000 Euro zusätzlich ausgeben“, so Matthias Kunsch. „Auch für mehr Sicherheit durch neue Technologien sind drei Viertel der Studienteilnehmer gewillt, mehr zu bezahlen.“

Beim Thema vernetztes Fahren fand in den letzten Monaten ein Umdenken statt: In Österreich ist das allgemeine Interesse für Fahrzeuge, die mit dem Internet vernetzt sind, gestiegen und die Bedenken hinsichtlich Datenschutz nehmen ab. Mehr als die Hälfte der befragten Konsumenten ist mittlerweile bereit, persönliche Daten zu teilen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, Zeit zu sparen und die Fahrzeugwartung zu erleichtern.
Mehrheit der Österreicher setzt auf Individualverkehr
Aus der aktuellen Studie geht hervor, dass der Großteil der österreichischen Befragten klar auf den Individualverkehr setzt. 36 Prozent nützen täglich ihr eigenes Fahrzeug, 33 Prozent verwenden es mehrmals pro Woche. Nur in urbanen Regionen sind Carsharing-Fahrzeuge und öffentliche E-Scooter-Angebote bereits seit einiger Zeit auf der Überholspur.