Ist Altersarmut weiblich?

DAMENSACHE

Im Bild v.l.n.r.: Alexander Neubauer (Leiter Partnervertrieb, Helvetia AG), Petra Schuh-Wendl (Head of Women Edition bei Finum Private Finance), Dr. Marietta Babos (Gründerin und Geschäftsführerin DAMENSACHE), Sandra Oehler (Vorsorgeexperte UNIQA AG), Dr. Christian Garaus (Professor der Wirtschaftsuniversität Wien)

„Überwiegend sind Frauen von Altersarmut betroffen – häufig haben sie ihre eigene finanzielle Vorsorge vernachlässigt. Die vielfältigen Gründe dafür treten ist erst hervor, wenn es zu spät ist. Wie verläuft das typische Leben einer Frau? Eine glückliche Kindheit, gute Ausbildung, Mann fürs Leben, gemeinsames Zuhause – alles wunderbar! Dann kommt die erste Babypause, gefolgt von einer zweiten, und „frau“ ist durchschnittlich zwei bis vier Jahre weg vom Job. In den Jahr(zehnt)en danach ist sie geringfügig oder in Teilzeit beschäftigt, sie macht sich eventuell selbstständig, jedenfalls gibt es einen Knick in ihrer Karriere. Die Scheidungsrate beträgt über 40 Prozent, Frauen leben im Schnitt länger als Männer – damit ist die Altersarmut für viele Frauen vorprogrammiert. So entstehende finanzielle Verluste die nicht mehr aufzuholen sind und wirken sich lebenslang auf das Einkommen und die Rente der Frauen aus. Daher meine Schlussfolgerung: In Hinblick auf ihre Erwerbsbiografie und höhere Lebenserwartung müssen Frauen spezifisch vorsorgen und brauchen andere Arten der Unterstützung von ihren ArbeitgeberInnen und dem Staat als Männer.“ Das und noch viel mehr sind die Beweggründe von Dr. Marietta Babos die Initiative DAMENSACHE ins Leben zu rufen. Zum ersten Mal wurde in einer Studie zum Thema Altersvorsorge in Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien dazu Jungakademikerinnen befragt. Förderpartner der Studie waren FiNUM Private Finance AG, Helvetia Versicherung und UNIQA Österreich Versicherung AG. Insgesamt wurden 500 Jungakademikerinnen in Tiefeninterviews und online für die Studie befragt. Der Aufbau der Untersuchung orientiert sich an dem Drei-Säulen-Modell der staatlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge in Österreich. Nur ein Drittel der Befragten behaupten, diese zu kennen und selbst davon können nur zwei Drittel alle drei Elemente richtig nennen. Besonders auffällig ist der geringe Bekanntheitsgrad des Begriffs „betriebliche Pension“. Über 60 Prozent wissen nicht oder sind unsicher, was mit dem Begriff „Pensionslücke“ gemeint ist und wo sie sich über ihre Pension informieren können. Mehr dazu im nächsten risControl PRINT.