Nachholbedarf

PwC Österreich

©PwC Österreich

Heimischen Familienunternehmen mangelt es an Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsstrategien. Sonst zeigen die Familienunternehmen im deutschsprachigen Raum Krisen Resilienz. Über 80 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft und rechnen 2022 mit Wachstum. Knapp mehr als die Hälfte erlitt durch Covid-19 Umsatzeinbußen. 4 von 5 Unternehmen im DACH Raum bewältigen die Krise aus eigenen Mitteln. Nicht einmal jedes fünfte Familienunternehmen greift auf externes Kapital zurück. Drei Viertel halten an Belegschaft, Boni und Ausschüttungen fest, nur 19 Prozent mussten Gehälter kürzen. Gleichzeitig deckt die Pandemie wie ein Brennglas die Schwächen der Unternehmen auf, insbesondere bei den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Das sind die zentralen Ergebnisse der Family Business Survey 2021, für die PwC insgesamt 2.800 Familienunternehmen aus 87 Ländern befragt hat, darunter 299 aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Insbesondere im Bereich der digitalen Transformation lässt die COVID-19-Krise eine gewisse Ist-Soll-Schere erkennen. „Beim Thema Digitalisierung müssen die Familienunternehmen den Worten nun auch schleunigst Taten folgen lassen, um sich für den wirtschaftlichen Aufschwung sowie weitere Krisen zu wappnen, insbesondere in Österreich“, so Krickl. Denn seit der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2018 sei wenig passiert: Schon damals wollten 66 Prozent der österreichischen Familienunternehmen bis 2020 signifikante Fortschritte gemacht haben. Heute halten sich lediglich 14 Prozent der Entscheider für so gut aufgestellt, dass die Digitalisierung nicht länger Top-Priorität einnimmt. Weltweit liegt dieser Wert bei 19 Prozent. „Die Pandemie hat der Digitalisierung enorme Schubkraft verliehen und gleichzeitig Defizite schonungslos offengelegt, etwa Einfallstore für mögliche Cyberangriffe, die zunehmend Familienunternehmen bzw. die Inhaberfamilien ins Visier nehmen. Unternehmen, die jetzt nicht reagieren, werden möglicherweise vom Markt verschwinden“, warnt Krickl.

Aufholbedarf besteht auch beim Thema Nachhaltigkeit, das bei den heimischen Unternehmen nicht gerade weit oben auf der Agenda steht. Nur für etwas mehr als ein Viertel der befragten österreichischen, deutschen und Schweizer Unternehmen hat die CO2-Reduktion in den kommenden zwei Jahren Priorität (27 %), weltweit sind es sogar noch weniger (15 %). „Neben einer soliden Finanzplanung und einem Digitalisierungsschub spielt für langfristiges Wachstum ein dritter Faktor eine wichtige Rolle: mehr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit“, erklärt Krickl. Familienunternehmen setzten sich zwar schon jetzt für die eigene Belegschaft, die Umwelt und ihre Region ein, doch oft handle es sich um punktuelle und nicht strategisch verzahnte Initiativen.