Status OMDS 3.0

Mag. Sigrid Hofmann

„Normen und Standards fördern die Zusammenarbeit auf dem Markt. Durch deren flächendeckende, konsensbasierte Erarbeitung und Anwendung bauen sie Kommunikationshemmnisse ab und erleichtern die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren. Der Arbeitsalltag wird letztendlich durch Normen und Standards effizienter und schneller. Der gewonnenen Zeitvorteil, kann für die intensive Betreuung von Kunden genutzt werden.“

Wie wichtig Versicherungsunternehmen diese Aussagen nehmen, manifestiert sich in der OMDS 3.0-Initiative, finanziert und initiiert durch die in Österreich niedergelassenen und durch den Verband der Versicherungsunternehmen vertretenen privaten Unternehmen.

Es genügt allerdings nicht Normen und Standards festzulegen, sie müssen auch umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass die österreichische Versicherungswirtschaft investieren muss und auch dazu bereit ist ihre digitalen Geschäftsmodelle weiter auszubauen oder bestehende umzubauen. Im Gegenzug müssen auf Maklersoftware spezialisierte Unternehmen ihren Kunden, die durch OMDS 3.0 normierten, automatisierten Prozesse zur Verfügung stellen.

Aus diesem Grund haben wir alle im VVO vertretenen Versicherungsunternehmen angeschrieben und um Auskunft über den derzeitigen Stand der Dinge gebeten – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Allgemeine Ergebnisse unserer Umfrage

Leider haben viele der Unternehmen auf unsere Anfrage überhaupt nicht geantwortet. Einige haben in Ihren Antworten die Bedeutung der OMDS 3.0 Initiative hervorgehoben, sehen aber den Zeitpunkt als verfrüht, um konkrete Aussagen treffen zu können. Bei einigen Versicherungen stehen große Veränderungen der internen IT-Landschaft ins Haus, sodass erst, nach deren Abschluss mit der Planung und Umsetzung von OMDS 3.0 begonnen werden kann.

Wiederum andere in Österreich niedergelassenen Unternehmen, haben sich der deutschen Prozessoptimierungsinitiative BiPRO angeschlossen oder sind in beiden Initiativen aktiv. Um einen Gesamtüberblick über das Normierungs- und Standardisierungsgeschehen in Österreich zu vermitteln, werden wir uns diesem Thema in einer der nächsten Ausgaben widmen. Auch wenn wir noch nicht allzu viele Berichte, über OMDS 3.0 Implementierungen, bekommen haben, ist die Stimmung und der Ausblick als durchaus positiv zu bewerten.

Noch passiert der größte Teil der elektronischen Kommunikation über individuelle, proprietäre Schnittstellen. Dies bedeutet für alle Beteiligten große Aufwände in der Erstellung und Wartung. Durch den Einsatz von Normen reduzieren sich diese Aufwände bei allen Beteiligten.

Definierte Normen

Im ersten Schritt wurden von der im VVO angesiedelten und mit Vertretern von Versicherungsunternehmen, IT-Dienstleistern und Maklern beschickten Arbeitsgruppe OMDS 3.0 die sogenannten Quick Wins definiert.

Dazu zählt die Authentifizierung, welche im Computer- und Internetumfeld dafür sorgt, dass die Identität eines Benutzers gegenüber einem System nachgewiesen und verifiziert werden kann. Sogenannte Deep Links, also Links, welche einen Benutzer direkt zu einer bestimmten Unterseite einer Website führen, ohne dass er sich über die Startseite zum gewünschten Inhalt durchklicken muss oder einen sogenannten Action-Link retournieren. Allerdings muss dem User die ID, wie zum Beispiel eine Antrags-, Offert- oder Schadennummer bereits bekannt sein. Deep Links gibt es zu Schaden-, Vertrags-, Partner und Inkassoinformationen.

Lesen Sie mehr dazu im nächsten risControl Print.