Urlaubsbarometer 2020

Besim Akinci, Geschäftsführer von Europ Assistance ©Christoph Schönfellner

Zum zwanzigsten Mal hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag von Europ Assistance Konsumenten aus 11 verschiedenen Ländern zu ihrem Reiseverhalten befragt. Die Befragung fand in diesem Jahr von 16. bis 25. Juni mit einem Fokus auf die Covid-19-Pandemie statt. 84 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher (Befragt wurden 1.000 Österreicher) planen heuer einen Urlaub – seit dem Beginn der Urlaubsstudie von Europ Assistance der höchste Wert. Die Urlaubsplanung ist trotz der Covid-19-Pandemie in fast allen befragten Ländern gestiegen. Auf Grund der Reisebeschränkungen ist es nicht verwunderlich, dass 78 Prozent angeben, zumindest einen Sommerurlaub innerhalb Österreichs zu verbringen. Ein Viertel der Befragten möchte jedoch auch in diesem Jahr nicht auf Sonne, Strand und Meer verzichten. „Die Corona-Krise trifft keine Branche so hart wie den Tourismus. Aber nach den jüngsten Lockerungen der Reisebeschränkungen stiegen die Buchungen spürbar an. Die Tourismusbrache hat schon zahlreiche Krisen durchlebt und wird auch aus dieser Krise gestärkt herausgekommen. Es gilt flexibel und mutig mit neuen Serviceleistungen auf die geänderten Bedürfnisse einzugehen“, erklärt Besim Akinci, Geschäftsführer von Europ Assistance.
Wirtschaftliche Überlegungen waren für 38 Prozent entscheidend. Das durchschnittliche Urlaubsbudget hat im Vergleich zum letzten Jahr deutlich abgenommen: Beträgt es heuer im Mittel 2.108 Euro pro Haushalt, waren es 2019 noch 2.627 Euro. Das Minus von rund 20 Prozent schlägt sich auch im europäischen Durchschnitt nieder – von 2.020 Euro 2019 ist es in diesem Jahr auf 1.604 Euro gesunken.

WAHL DER DESTINATION

Ein Viertel der Österreicherinnen und Österreicher zieht es aufs Land, 18 Prozent besuchen Familienmitglieder und 10 Prozent planen einen Städtetrip. Wurde letztes Jahr deutlich mehr geflogen, schrumpft dieser Anteil auf 17 Prozent und liegt damit fast gleichauf mit der Bahn (18 Prozent). 72 Prozent planen mit dem eigenen PKW oder Campingwagen zu verreisen. Die Lust am Campen hat mit 7 Prozent zugenommen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Österreicherinnen und Österreicher buchen ein Hotelzimmer, 16 Prozent ein Gästehaus und 24 Prozent entscheiden sich für Ferienapartments. Der starke Rückgang bei der Buchung von Ferienapartments im Vergleich zu 2019 (35 Prozent) ist dem Einbruch im Städtetourismus geschuldet.

VERÄNDERTE ERWARTUNGEN

Die Nachfrage an Reiseversicherungen ist in Coronazeiten hoch, auch wenn sich die Bedürfnisse verschoben haben: 94 Prozent der Befragten erwarten, dass Kranken- bzw. Spitalskosten gedeckt sind, im Falle einer Stornierung möchten 88 Prozent einen finanziellen Ausgleich und fast ebenso viele (80 Prozent) wollen das auch bei Beschädigung oder Verlust von Gepäck. Natürlich werden auch Leistungen für den Fall einer Covid-19-Erkrankung vor und während der Reise gewünscht. Darauf reagierte die Europäische Reiseversicherung AG, eine Schwestergesellschaft der Europ Assistance GmbH in Wien. Sie stuft Covid-19 derzeit nicht als Pandemie ein, auch Storno- und Reiseabbruch sind versichert. Das gilt, solange die Situation stabil bleibt und es nicht wieder zu einem verstärkten Auftreten und somit zu einer zweiten Infektionswelle kommt. „Denn Covid-19 sollte kein grundsätzliches Hindernis für einen Urlaub sein. Empfehlenswert ist jedenfalls die Inanspruchnahme fachkundiger Beratung in heimischen Reisebüros oder beim Reiseveranstalter“, so Mag. Wolfgang Lackner, CEO der Europäischen Reiseversicherung. Auch während der Reise besteht Deckung bei einer Erkrankung an Covid-19 – inklusive damit verbundener Behandlungskosten, Covid-19-Test und Rückreisekosten. Auch die Kosten für eventuell längere Aufenthalte bzw. zusätzliche Rückreisekosten. Krankenhauskosten von bis zu einer Million Euro sind dabei gedeckt. Lesen Sie mehr im nächsten risControl Print.