Wie wohnt Österreich

KFV – Kuratorium für Verkehrssicherheit

Die Immobilienpreise in Österreich erreichen schwindelnde Höhen. Häuser und Wohnungen kosten in Österreich so viel wie noch nie. Bei der Innenausstattung setzen viele auf Qualität. Doch inwieweit hat sich auch der Wert der Innenausstattung geändert und wie wirkt sich das auf die Versicherungssituation aus?

In den letzten Jahrzehnten, und speziell im vergangenen Jahr, das im Zeichen der Pandemie stand, haben Herr und Frau Österreicher große Summen in Wertgegenstände und in die Ausstattung ihrer Haushalte und Eigenheime investiert, wie eine aktuelle Studie des KFV zeigt. Besonders der Trend zu hochwertiger Freizeit- und Sportgeräteausstattung ist ungebrochen. Die Ausgaben für Sportgeräte, Spielwaren, Pflanzen und Haustiere stiegen im Vergleichszeitraum 1999/2000 auf 2019/2020 um rund 68 Prozent von 600 Euro auf rund 1.000 Euro pro Jahr.

Die Wohnsituation

Herr und Frau Österreicher wohnen nicht alle gleich und gerade diese Heterogenität der Wohnsituation lässt kein einheitliches Bild zu. Rund 62 Prozent der befragten Personen gaben an, in einer Wohnung zu leben, knapp 38 Prozent in einem Ein- bzw. Zweifamilienhaus.

Zwischen Haus-/Wohnungsbesitzern (54 %) und Mietern (44 %) gibt es große Unterschiede. Während die Wertdichte im Mietverhältnis nahezu unverändert blieb, stieg das Vermögen der Eigentümer, das sich in Ihren Hauptwohnsitzen befindet, um über 22 Prozent an.  Dieser Anstieg entspricht exakt dem Baukostenindex im selben Zeitraum. Die Wohnfläche (pro Wohneinheit) belief sich 2019 in Österreich im Schnitt auf 100 m². Am größten war sie im Burgenland (124 m²), am kleinsten in Wien (74 m²). Dominierend sind Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, die zusammen fast 70 Prozent aller Haushalte ausmachen.
Die jährlichen Ausgaben in den österreichischen Privathaushalten stiegen zwischen in dem Vergleichszeitraum von 2.076 Euro auf 2.604 Euro (+25 %). Entgegen diesem Trend gingen die Ausgaben der Haushalte für Unterhaltungselektronik im selben Zeitraum von 492 Euro auf 467 Euro im Jahr zurück.

Elektrische Geräte wie Unterhaltungselektronik wurden in den letzten 30 Jahren deutlich günstiger. Dennoch steigen seit 2011 die Preise für Computer, Mobiltelefone und Digitalkameras wieder deutlich. Dies liegt jedoch primär an der höherwertigen Qualität und den zusätzlichen Funktionen.

Die stagnierende Anzahl von Computer in den Haushalten ist auf die gestiegene Funktionalität von Smartphones und Tablets zurückzuführen. Auch die Anzahl der TV-Geräte nimmt weiter ab. Während 2015 noch 97 Prozent der Haushalte über einen Fernseher verfügten, sind es heute nur mehr 90 Prozent.

Für die Versicherungswirtschaft sind diese Änderungen in der Ausstattung der Wohnungen grundsätzlich nicht besorgniserregend. Was jedoch auffällt ist, dass auch große, teure Neuanschaffungen selten den Haushaltsversicherungen mitgeteilt werden.

Nur 30 Prozent der Befragten der Studie des KFV geben an, ihre Neuanschaffungen und Investitionen den Versicherungen zu melden.