Wohnbarometer

VAV Versicherung

Sven Rabe Vorstand VAV copyright VAV

Die Erschwinglichkeit von Wohneigentum rückt in weite Ferne. Der Wohnbarometer der VAV Versicherung zeigt auf, dass ein Drittel der Befragten Wohneigentum für nicht finanzierbar halten, das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr als 22 Prozent Wohneigentum für unfinanzierbar hielten. 37 Prozent nach 40 Prozent im Vorjahr betrachten den Kauf eines Eigenheims unter hohen persönlichen Einschränkungen für machbar. 27 nach 31 Prozent glauben an die Leistbarkeit, wenn konsequent gespart wird. Mit zwei Prozent nach fünf Prozent halten auch deutlich weniger Studienteilnehmer Eigenheime für leicht finanzierbar. Sven Rabe, Vorstandsvorsitzender der VAV: „Die Studienaussagen zeigen die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinspolitik und die Flucht der Investoren in inflationsgeschützte Vermögenswerte. Der Immobilienmarkt reagiert bei hohen Investitionen folgerichtig mit steigenden Preisen. Dem stehen Einkommenseinbußen und Unsicherheiten durch die Pandemie gegenüber, die viele Menschen treffen.“ Menschen, die zur Miete wohnen, erscheint die Schaffung von Wohneigentum noch einmal unrealistischer. Hier sagen 49 Prozent, dass ein Eigenheim nicht zu finanzieren ist; 31 Prozent halten es unter hohen Einschränkungen für leistbar und 17 Prozent meinen, dass konsequent gespart werden müsste, um Eigentum zu schaffen. Eigenheimbesitzer, die Finanzierungshürden bereits überwunden haben, sehen den Markt signifikant positiver. 17 Prozent halten den Eigentumserwerb für ausgeschlossen, 42 Prozent lediglich unter hohen Einschränkungen für machbar und 37 Prozent für finanzierbar, wenn konsequent gespart wird. Gleichzeitig geht die Einschätzung des Eigenheimes als ideale Wohnform im Jahresabstand von 65 auf 61 Prozent zurück. Dies ist offensichtlich auf die verschlechterte Leistbarkeit zurückzuführen. Der Anteil an Eigenheimbesitzern an der Gesamtbevölkerung zeigt im langjährigen Vergleich wenig Veränderung. 51 Prozent leben in
Eigenheimen, 49 Prozent zur Miete

Mieten setzen Haushaltsbudgets unter Druck
Für einen großen Teil der Menschen, die zur Miete wohnen, steigen die Ausgaben für den Wohnraum schneller als ihr Einkommen. So wenden nur noch 15 Prozent nach 19 Prozent im Vorjahr weniger als ein Fünftel ihres Einkommens für die Wohnung auf. 43 Prozent nach 38 Prozent müssen bis zu 30 Prozent ausgeben. Für mehr als ein Drittel der Probanden, 37 Prozent, betragen die Kosten bis zu 40 und mehr Prozent des monatlichen Budgets.

Mehr Menschen wollen übersiedeln
Trotz der als angespannt eingeschätzten Lage am Wohnungsmarkt steigt die Anzahl der Übersiedlungswilligen. So wollen zwar acht nach neun Prozent im Vorjahr ganz sicher ein anderes Domizil suchen, mit 19 Prozent denkt immerhin fast jeder Fünfte über eine Übersiedlung nach (2021: 15 Prozent). Je jünger die Studienteilnehmer sind, umso eher haben sie bereits den festen Entschluss gefasst. Bei den 18 bis 29jährigen steht für 23 Prozent ein Wohnungswechsel fest und 33 Prozent halten einen solchen für möglich. Als sehr sesshaft erweisen sich wie in den Vorjahren Menschen über 50 Jahren und Eigenheimbesitzer, die zu 85 bzw. 80 Prozent keinesfalls den Wohnsitz wechseln wollen.

Die Mehrheit der Übersiedlungswilligen widmet dem Weg zum Arbeitsplatz wenig Beachtung. Die Hälfte hat noch nicht entschieden, ob die Strecke kürzer oder länger werden soll. Neun Prozent rechnen mit einer kürzeren Distanz. 17 Prozent nehmen einen längeren Weg in Kauf. Rabe: „Diese Entwicklung ist auf den nach wie vor sehr hohen Wunsch nach einer ruhigen und grünen Wohnumgebung zurückzuführen, dies ist jetzt in der Realität der neuen Arbeitsmodelle zunehmend umsetzbar.“