14. ExpertInnen­treffen

Alpbach

Mag. Andreas Kößl, Vorstand UNIQA International AG, und Johannes Hartmann, CEO VIG Re

Beim 14. Alpbacher ExpertInnentreffen beschäftigten sich die Versicherungsmakler im Dorf der Denker mit zwei grundlegenden Fragen: Sind Gesetz und Recht „Produkt-Influencer“? Und wie vielseitig, zukunftsreich und unterschätzt ist das Thema Vorsorge? Zum Thema Recht und Gesetz waren Mag. Andreas Kößl, Vorstand UNIQA International AG, und Johannes Martin Hartmann, CEO VIG Re, am Podium.

Mag. Andreas Kößl, Vorstand UNIQA International AG erklärte, dass die Umsetzung von Regulatorien aus Sicht der Versicherungsunternehmen mittlerweile zum Tagesgeschäft geworden ist. Die EU-Richtlinie Solvency II, das Geldwäschegesetz, IDD und DSVO waren nur einige umfangreiche Themen, die seit 2016 auf die Branche zugekommen sind. Die Umsetzung dieser Richtlinien bringen mehr Rechte für den Konsumenten, mehr Pflichten für die Versicherungsbranche und bringt in weiterer Folge auch neue Haftungsfragen. Die Zukunft der Versicherungswirtschaft wird nicht nur mehr bei Abdeckung von Risiken liegen, sondern im Angebot von Assistanceleistungen. Deshalb reicht es für Kößl nicht aus, die Basis-IT zu modernisieren. Omnikanal-Fähigkeit, modulare Produkte und Services sowie Realtime sind die großen Herausforderungen, um den Kunden die nötigen Mehrwerte zu bieten. Dabei sollten Prozesse und Produkte aus Kundensicht gesehen und verändert werden. „Man muss offen für Partnerschaften sein, denn nicht alle erforderlichen Maßnahmen können aus den Ressourcen eines Versicherungskonzernes gestemmt werden. Außerdem gibt es ausreichende moderne Skills, denen man sich zu Nutzen machen kann.“, so Kößl.

Johannes Hartmann, CEO VIG Re, betonte in seinem Referat zum Thema Auswirkungen von Gesetz & Recht aus Sicht eines Rückversicherers, dass er einen Paradigmenwechsel in der Versicherungswirtschaft sieht. Als Beispiel nannte er den Wandel der Mobilität in „Autonome Mobilität. Hier ändert sich nicht nur das Nutzungsverhalten der Konsumenten, sondern auch die Haftung hinsichtlich der Mobilitätsnutzung wird sich verändern. Weg von KFZ Haftpflichtversicherung hin zur Produkthaftpflichtversicherung. Hartmann sieht in dem Umstand, dass digitale Konzerne wie Amazon, google noch nicht auf den Versicherungsmarkt eingetreten sind darin, dass die hohen Haftungsansprüche aus der EU Regulatorik hier einen Schutz für die Branche bieten. Wobei er betonte, dass zuviel Regulatorik auch die Unternehmen besonders belasten. Trotz der allgemeinen Meinung und den Prognosen, dass persönliche Beratung durch moderne Skills ersetzt werden könnten. Sieht er die Zukunft des Vermittlers weit weniger negativ. Denn persönliche qualitative Beratung inklusive umfassender Haftung wird nicht leicht ersetzbar sein. Trotz Globalisierung und europäischer Gesetzesgleichstellung ist Hartmann der Meinung, dass das Versicherungsgeschäft lokal bleiben wird. Dennoch sollten sich alle eines klar sein, der Zug der Regulierung ist nicht mehr aufhaltbar. 

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