IDD am Prüfstand

Johannes Kepler Universität

Univ.-Prof. Leopold Neuhold, Gen.Dir. Dr. Josef Stockinger, Mag. Dr. Stephan Korinek

Gemeinsam mit Experten hat das Institut für Versicherungswirtschaft an der Johannes Kepler Universität Linz eine Standortbestimmung nach einem Jahr IDD gewagt.
„IDD ist trotz der vielen Herausforderungen eine Chance, mehr Qualität und Transparenz in den Verkaufsprozess zu bringen. Klarheit und eine nachvollziehbare Dokumentation schaffen auch Vertrauen beim Kunden und mehr Sicherheit bei den Versicherungsunternehmen. An dieser Baustelle wird auch in Zukunft weiterzuarbeiten sein. Versicherungsbedingungen sollen künftig in verständlicherer Sprache formuliert werden“, hielt der Vorsitzende des Instituts, Generaldirektor Dr. Josef Stockinger in seiner Eröffnung der diesjährigen Herbstveranstaltung fest. Der Leiter der zuständigen FMA-Abteilung, Mag. Dr.Stephan Korinek, berichtete von den ersten Erfahrungen der Finanzmarktaufsicht (FMA) bei der Überprüfung der IDD-Umsetzung in den Unternehmen. Schwerpunkte der Stichproben bei den Versicherern war die Sicherstellung des durch die IDD vorgegebenen Verkaufsprozesses durch entsprechende organisatorische Vorkehrungen der Versicherungsunternehmen. Der Fokus der Aufsichtsbehörde liegt auf der Gewährleistung korrekter Wettbewerbsbedingungen, einer fairen Kundenbehandlung und der Reduktion von Risiken durch eine nachvollziehbare, passende Produktauswahl.
Fragen nach Moral und Ethik ging der Grazer Universitätsprofessor Leopold Neuhold auf den Grund. Diese seien die Basis für den Ausgleich von Interessen im Versicherungsgeschäft. Neuhold warnte dabei vor falschen Erwartungshaltungen. Hatte die Versicherungswirtschaft immer vor einer Überforderung des Kunden durch zu viel Information gewarnt, sieht auch Neuhold die Gefahr einer „Illusion von Informiertheit, ohne wirklich informiert zu sein“. Dadurch würden Prinzipien wie „ehrlich, redlich und professionell“ geschwächt.