Impressionen in Alpbach

Fachverband der Versicherungsmakler KR Rudolf Mittendorfer

KR Mittendorfer Alpbach 2018 Fotocredit/ Fachverband der Versicherungsmakler

KR Rudolf Mittendorfer hat bei der Fachverbandsveranstaltung der Versicherungsmakler in Alpbach  teilweise durch das Programm geführt. Sein Statement zwischen den einzelnen Vorträgen möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

Die Widersprüchlichkeit der Digitalisierung –  die Versicherer sprechen von einem Kostendruck, der den Einsatz von Digitalisierung und Onlineverkauf nötig macht, die anderen von einem Gewinndruck. Das ist  der Druck der Kapitaleigner die 100 Millionen  Gewinn heute als gut empfinden, aber im Jahr 2020 die 200 Millionen Marke sehen wollen. Wir stehen als Vermittler dem  sprachlos vis a vis, weil wir weit weg sind von solchen Steigerungen. Heute haben wir von Ministerialrat MMag. Trojer erfahren, dass die IMD und deren Auswirkung auf den Versicherungsvermittler geschäftsfördernd waren;  das ist bisher noch niemanden aufgefallen. Umso froher können wir sein, dass die nächste Richtlinie später kommt, damit wir uns noch  länger an der letzten Regulatorik erfreuen können. Dr. Pfleger von der Finanzmarktaufsicht hat ein Wort verwendet, das ich bisher überlesen habe, die „Lenkungsanforderungen“. Ich stelle die Anforderung nicht infrage, aber was mich schockiert und ängstigt, sind nicht nur die im Raum stehenden Strafen, sondern die Verhältnismäßigkeit für uns Versicherungsmakler. Erklärung: Im Breitengeschäft, beispielsweise Rechtschutz oder Haushaltsversicherungen; da sprechen wir von Prämien in Höhe von 300 Euro!  pro anno! Und wenn ich mir den Rucksack von Auflagen die wir für Beratung und Abschluss und Verwaltung erfüllen müssen ansehe, ist das weder wirtschaftlich darstellbar, noch aus Sicht der Kunden zeitlich  machbar. Denn kein Kunde hört sich bei fünf unterschiedlichen Produkten dasselbe Prozedere an. Es wird uns garnichts anderes übrig bleiben, als diesen Anforderungen nicht immer zu entsprechen zu können. Wir sind  nicht der einzige Berufsstand der unter Neuerungen leiden, aber den eigenen Schmerz spürt man immer am stärksten. Für uns sind das digitalisierte Anbieter, Onlinevertrieb usw..

Es ist mir immer ein Anliegen, den  Blick nicht nur nach vorne sondern auch zurück zu richten. Was hat man vor einigen Jahren erwartet und was ist daraus geworden? Wer Jules Verne kennt weiss, dass von ihm beschriebene Science Fiction  in einigen Bereichen seit Jahren  überholt wurde. Aldous Huxley hat in seinem Werk „Schöne neue Welt“ aus dem Jahre 1932 zwar nichts über die Digitalisierung geschrieben, aber über die Zukunft im Jahre 2540 und die Utopie des Menschenzüchten. Es gibt Alpha Plus- bis Epsilonmenschen, die werden in Brutkästen aufgezogen und die Entwicklung der Intelligenz wird durch Sauerstoffzuführung gesteuert. Mensch A erhält den vollen Sauerstoff und Mensch B erhält nur eine wesentlich geringere Zufuhr. Bei uns Versicherungsmaklern ist die Sauerstoffzufuhr gleichzusetzen mit den vorhandenen Schnittstellen. Mit den Schnittstellen reguliert die Versicherungswirtschaft unsere Entwicklungsmöglichkeit und da habe ich den Eindruck, dass wir lange nicht so viel Sauerstoff bekommen wie wir bräuchten um uns ordentlich entwickeln zu können. Wenn wir von den Segnungen der Digitalisierung reden, die ich nicht bestreite, dann müssen wir auch über die Kehrseiten der Digitalisierungsmünze sprechen.

Ich appelliere an die Versicherungswirtschaft – GEBEN SIE MEHR SAUERSTOFF!

 Richtlinien

Richtlinie sind ja immer gesetzliche Reaktionen auf Fehlentwicklungen im Markt oder in der Gesellschaft. Die DSGVO, die uns unglaublich viel Geld gekostet hat, ist eine Folge des NSA-Skandals, wo jemand bemerkt hat, „da werden Daten missbräuchlich verwendet“. Ein deutscher Abgeordneter hat gegen diesen Missstand eine Mehrheit im EU Parlament gefunden. Der Beginn der Regulierung des Datenmissbrauchs. Das Ergebnis kennen wir – die DSGVO, die jeden kleinen Unternehmer bis aufs Blut quält,  aber diejenigen die das ausgelöst haben, sind von dieser DSGVO ausgenommen. Ein Schatteneffekt – dessen  Auswirkungen wir zu tragen haben. Um noch einen Schriftsteller zu nennen, George  Orwell – er hat  1948 das Jahr 1984 beschrieben und was damals als Big Brother is wachting you, als schreckliches und unmenschliches Zukunftsszenario beschrieben wurde, das haben wir längst hinter uns. Der gläserne Mensch, der diversesten Beobachtungen und Lenkungsmaßnahmen wie z. B. dem Kaufverhalten ausgeliefert ist, der ist leider Realität geworden.