InsurTechs Rising

von Manfred Kainz

Unter dem Titel „InsurTechs Rising – Wie Startups die Versicherungsbranche verändern“ hatte das viesure Innovation Center der Wiener Städtische Versicherung AG VIG zu einem besonderen Event geladen: Vier der erfolgreichsten deutschsprachigen InsurTechs gaben Einblicke, wie sie es geschafft haben Partner, Kunden und Investoren zu überzeugen. Und wagten anschließend Ausblicke in die Zukunft: Karl Prinzhorn, Co-Founder & CEO von Digital Claim (B2B) sieht „digitale Geschäftsmodelle noch nicht dominant in der Versicherungsbranche. Sobald sich aber die ersten Modelle durchsetzen, werde sich die existierenden Player sehr anstrengen müssen“. Für Kunden werde sich die technologische Innovation positiv auswirken: „Vertriebsmodelle und Interaktion werden schlanker werden, Schadenprozesse schneller ablaufen und Polizzen billiger werden.“

In den kommenden Jahren werden immer mehr „Bankassurance-Kooperationen“ entstehen, erwartet Sebastian Langrehr, Head of Digital Bancassurance von friendsurance (B2C). Künftig werden Kunden Versicherungsdaten durch KI vom Online-Banking direkt in eine digitale Versicherungsübersicht übertragen lassen können. Es werden auch „Key Life Events“ erkannt (z. B. die Geburt eines Kindes, wenn neue Kindergeldzahlungen eingehen, oder ein Umzug, wenn Zahlungen an einen neuen Vermieter abgehen) und automatisch ein Beratungsangebot ausgelöst. Die Entwicklung eigener digitaler Plattformen, die alle Finanz- und Versicherungsfragen bündeln, sei aber sehr komplex und kostspielig.

Der menschliche Faktor bleibe jedenfalls zentral, so Dr. Ralf Widtmann, CEO von riskine (B2B): Für Kunden werden künftig noch mehr Informationen verfügbar sein und Produktangebot sowie Preis werden dadurch transparenter. „Dennoch wird es, aufgrund der großen Informationsmenge, eine Herausforderung darstellen, aus der Vielzahl an Angeboten die passenden auszuwählen. Genau hier wird gute Beratung zentral.“

Das ergänzt Martin Micko, Founder & COO von omni:us (B2B) noch: Dort, wo die Digitalisierung konsequent vorangetrieben wird, werden Kunden davon profitieren: Durch schnelleren Service, weniger Bürokratie „und vor allem dadurch, dass die Sachbearbeiter wieder Zeit haben werden, Fälle individuell und empathisch zu betrachten und zu lösen“. Und „vor allem als Kundenbetreuer wird man auch in Zukunft Menschen brauchen, denn den Kontakt von Mensch zu Mensch und den empathischen Blick auf den Einzelfall kann KI nicht ersetzen“.