200 Jahresjubiläum

TIROLER Versicherung

v.l.n.r. Franz Mair, Stefanie Egger (Marketingleitung TIROLER), Eva Pawlata (Gewaltschutzzentrum Tirol), Isolde Stieg, Walter Schieferer ©Philipp M.Koch

Die Tiroler Versicherung feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums startet die TIROLER die Initiative „FrauTIROLER“ und fördert damit Frauen- und Kinderprojekte in der Europaregion Tirol mit 200.000 Euro.
Im September 1821 bewilligte Kaiser Franz I. erstmals die Gründung einer Feuerversicherung in Österreich – und zwar in Tirol. Die Idee entstand aus einem Grundbedürfnis der Bevölkerung – Schutz vor den Folgen verheerender Brände, die so manche Existenz zerstören. Geringe Beiträge aller halfen Betroffenen und lösten existenzielle Probleme. „Es ist durchaus bemerkenswert, dass diese Details und damit die Tiroler Pionierleistung im Osten Österreichs immer wieder ausgeblendet werden. Vermutlich ist es schwer einzugestehen, dass wesentliche Grundsteine der österreichischen Versicherungswirtschaft nicht in Wien, sondern in Tirol gelegt wurden“, merkt Vorstandsvorsitzender Walter Schieferer mit einem Augenzwinkern an. Die Statuten, die 1823 veröffentlicht werden, legen – unter anderem – klar fest: Die Anstalt erstreckt sich auf Alt-Tirol (inkl. Trentino) und Vorarlberg und ist ein Privatverein. Kein öffentlicher Eigentümer, keine Versicherungspflicht. Der Verein „gehört“ den Kunden und sonst niemandem. Der Ein- und Austritt ist freiwillig und allen möglich.
Den Wurzeln treu geblieben
Die Statuten sind auch heute noch, nach zwei Jahrhunderten, inhaltlich fast unverändert gültig: Bis heute ist die TIROLER ein Verein auf Gegenseitigkeit – von den und für die Menschen in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Die Grundprinzipien sind Solidarität, nachhaltiges Wirtschaften, Schadenverhütung und gelebte Regionalität. Die Gesellschaftsform hat sich vor allem in schweren Zeiten bewährt. Und heute blickt die TIROLER auf das in jeder Hinsicht erfolgreichste Jahrzehnt ihrer Unternehmensgeschichte zurück.

Gesellschaftliche Herausforderungen im Jahr 2021

„Vor 200 Jahren machten die verheerenden Brände den Menschen zu schaffen. Heute stehen wir vor anderen gesellschaftlichen Herausforderungen. Vor allem die erschreckende Gewalt gegen Frauen und Kinder und auch die noch immer noch in zu vielen Bereichen spürbare Benachteiligung von Frauen“, sagt Vorstand Franz Mair und ergänzt: „Hier muss sich im Denken und Handeln noch einiges ändern. Wir nehmen unser Jubiläum zum Anlass, ein Zeichen zu setzen – indem wir die Thematik in den Mittelpunkt unseres Jubiläums stellen und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.“
200.000 Euro für Chancengerechtigkeit und gegen Gewalt
„Unser Bestreben ist es, in die Zukunft zu investieren und Mut zu machen. Mit einer Initiative, die Frauen und Kinder stärkt. Eine Initiative, die gelebte Chancengerechtigkeit fördert und den Kampf gegen Gewalt ebenso unterstützt wie Schutz und Hilfe für die Opfer“, bringt die designierte Vorstandsdirektorin Isolde Stieg den Grundgedanken der Aktion auf den Punkt.

Fachjury & Online-Abstimmung für die Projekte

Wie die 200.000 Euro verteilt werden, entscheidet je zur Hälfte die Bevölkerung und eine Fachjury. Eingereicht werden können alle Projekte, die grundsätzlich den Förderbedingungen entsprechen. Die Fachjury prüft die Qualität, dann werden die Einreichungen für die gesamte Bevölkerung in der Europaregion Tirol zur Online-Abstimmung freigeschaltet. Je mehr Stimmen ein Projekt erhält, umso mehr Geld bekommt es (maximal 10.000 Euro).

Die Fachjury besteht aus Andrea Hohenegger (Opferschutzgruppe Klinik Innsbruck), Eva Pawlata (Gewaltschutzzentrum Tirol), Elisabeth Rathgeb (Caritas Tirol) und Martina Steiner (Plattform offene Jugendarbeit) und stellt die Qualität der zur Online-Abstimmung eingereichten Projekte sicher. Darüber hinaus verteilt die Jury weitere 100.000 Euro nach eigenem Ermessen. „Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein Thema, welches insbesondere nach den leider schon zahlreich geschehenen Femiziden im heurigen Jahr zunehmend an Brisanz gewinnt. In Tirol wurden 2021 im Gewaltschutzzentrum Tirol bisher bereits 1110 Opfer von familiärer Gewalt betreut – ein Großteil davon Frauen und Kinder. Die Gesetze in Österreich sind vorbildlich, die Finanzierung von Opferschutzeinrichtungen jedoch ausbaufähig. Umso mehr ist es von Bedeutung, dass ein Unternehmen wie die TIROLER VERSICHERUNG einen Betrag von 200.000 Euro zur Verfügung stellt, um projektbezogen Chancengleichheit zu fördern und gegen Gewalt aufzutreten“, sagt Eva Pawlata, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Tirol.