EDV Tage in Großpetersdorf

Autor: Mag. Sigrid Hofmann

EDV Tage (Großpetersdorf)

Die südburgenländische Gemeinde Großpetersdorf blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, die sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen lässt. Traditionen und Brauchtum werden neben einer großzügigen Gastfreundschaft hochgehalten.
Tradition haben auch die EDV-Tage in Großpetersdorf, welche der Arbeitskreis Technologie/EDV des Fachverbandes der Versicherungsmakler jedes Jahr im November veranstaltet

Hausherr und Leiter des Arbeitskreises KR Siegfried Fleischhacker lud dazu Vertreter der österreichischen Versicherungsunternehmen, Makler und Softwarehersteller ein. Das Hauptthema „Digitalisierung im Maklerbüro.

Disruption durch Digitalisierung

Disruption entsteht immer dann, wenn alte Systeme träge, selbstgerecht und zukunftsblind werden. Wer diesen Wandel nicht selbst gestaltet, wird von diesem hinweggefegt. Etwas verspätet aber doch, ist die österreichische Versicherungswirtschaft auf den Zug der Digitalisierung und Prozessoptimierung aufgesprungen. Letztendlich hat das auch mit dem Auftreten von BiPRO, dem Brancheninstitut Prozessoptimierung e.V aus Deutschland am österreichischen Markt zu tun. Österreichische Versicherer engagieren sich seit dem in der OMDS 3 OesterreichischesMaklerDatenService-Initiative um technische und fachliche Normen zu entwickeln.
Damit hat Österreich zwei Initiativen was die Sache nicht unbedingt vereinfacht, da beide Initiativen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, nebeneinander und nicht miteinander arbeiten. Während es die Makler wertfrei sehen, wie Siegfried Fleischhacker in seinem Statement betont, erschwert es für Versicherer und Softwarehäuser die Umsetzung und treibt die Kosten in die Höhe. „Ich nehme die Situation wie sie ist zur Kenntnis, ohne für eine Partei Stellung zu beziehen. Es gibt zwei Welten, die der deutschen Unternehmen mit BiPRO und die der Übrigen mit OMDS 3. Allerdings gäbe es ohne BiPRO keinen OMDS 3. Es gilt nun einen Nenner zu finden, der vor allem rasche, für den Makler zufriedenstellende, Weiterentwicklungen gewährleistet.“

Prozess vor Provision

Damit fasst Dr. Philipp Steiner, Branchensprecher von BiPRO Österreich, die zukünftige Ausrichtung der Maklerschaft zusammen. Angesichts, sinkender Margen und steigender Konkurrenz durch disruptive Unternehmen, sind Digitalisierung und Prozessoptimierung im Maklerbetrieb und im Versicherungsunternehmen überlebensnotwendig. Nicht mehr die Höhe der Provision, wird bei der Bewertung der Zusammenarbeit mit einem Versicherungsunternehmen den Ausschlag geben, sondern der Grad der Digitalisierung. Proprietäre Schnittstellen, wie sie derzeit noch viele Unternehmen einsetzen, können, wie Siegfried Fleichhacker feststellt, nur eine Übergangslösung sein.

Wer trägt die Kosten?
Um von Versicherern angebotene Web-Services nutzen zu können, bedarf es einer professionellen Software. Die kleingewerblich strukturierte Landschaft der österreichischen Branchensoftwarehersteller macht es dieser schwer alle Leistungen, ohne die entsprechende Aufwandsentschädigung, anzubieten. Solange niemand bereit ist die entstehenden Aufwände voll abzugelten, werden Normen und Standards nur schleppend umgesetzt werden.

Dauerbrenner OMDS 2
Dem Österreichische Maklerdatensatz OMDS 2, lange das Hauptthema der Veranstaltung, wurde weniger Raum als in den Jahren davor geboten. OMDS 2 – Daten werden vielfach zur Aktualisierung der Kunden- , Vertrags- und Schadendaten sowie zur Provisionsberechnung und -kontrolle eingesetzt. Luft nach oben besteht immer. So wurde besonders der Wunsch nach kurzen Lieferintervallen der Daten durch alle Versicherungsunternehmen laut.