European Insurance Study 2020

Zeb Consulting

Studie

Europas Topversicherer spüren die Folgen der COVID-19-Pandemie. Es ist zu erwarten, dass die Gewinne der Versicherungsbranche in diesem Jahr um 30 Prozent zurückgehen werden und sich auch das Wachstum abschwächen wird, so das Ergebnis der Europaen Insurance Study 2020. In der Studie wurden die 25 größten europäischen Versicherungsgruppen sowie zehn ausgewählte Märkte untersucht und u.a. Auswirkungen von COVID-19 erhoben. „Aufgrund der soliden, eigenkapitalstarken Verfassung, in der sich Europas Versicherer vor dem Ausbruch der Pandemie befunden haben, ist die Krise bislang nicht existenzbedrohend für die Branche“, so CEO Michaela Schneider. „Aber nur wenn die Versicherer in die umfassende Digitalisierung ihrer Vertriebsmodelle investieren, wird Wachstum auch in Zukunft möglich sein!“ Wachstum und Solvenz waren im Jahr 2019 im grünen Bereich. Die Eigenkapitalrendite der europäischen „Top25“ kletterte von 8,6 auf 11,3 Prozent. Das operative Vorsteuerergebnis nahm um 25 Prozent zu, nicht zuletzt dank geringer Schadenquoten in der Schaden-/Unfallversicherung. Auch bezüglich der Solvenzanforderungen der Europäischen Union lieferten die Versicherer ein gutes Ergebnis: Die „Top 25“ konnten ihre Solvenzquoten durch eine Erhöhung des Eigenkapitals durchschnittlich von 214 Prozent (2018) auf 219 Prozent (2019) sogar noch steigern. „In der vertiefenden Betrachtung der zehn Länder-Versicherungsmärkte wurden zusätzlich die „Wachstumschampions“ in den Ländern identifiziert“, schildert Manager Alexander Riesner, „Und zwar jeweils für die Sparten Leben und Schaden/Unfall.“ Unter den Spartensiegern in Österreich sind die GRAWE Gruppe in der Sparte Leben und die ERGO Versicherung in der Sparte Schaden/Unfall. Nach dem ersten Halbjahr 2020 zeigt sich ein ganz anderes Bild: Auf Basis der Analyse der Halbjahresberichte der fünf größten europäischen Versicherer lässt sich ableiten, wie COVID-19 inzwischen der gesamten Branche zusetzt. Sowohl im Bereich der Lebensversicherung (-13 Prozent) als auch im Bereich der Schaden-/Unfallversicherung (-36 Prozent) sind die operativen Ergebnisse deutlich geschrumpft. Die durchschnittlichen Solvenzquoten der fünf größten europäischen Versicherer sind im ersten Halbjahr 2020 um fast 25 Prozent geschrumpft. Dennoch liegt die Solvenz fast aller Versicherer aktuell noch immer auf einem so hohen Niveau, dass die finanzielle Stabilität nach wie vor ungefährdet ist. Dennoch ist klar, dass funktionierende digitale Vertriebskanäle zur Grundvoraussetzung für zukünftiges Wachstum werden.