Frauen leben länger, aber wovon?

INARA GmbH

Brigitta Schwarzer, Astrid Valek ©Caro Lenhart, Ricarda Jost

Schon jetzt bekommen Frauen deutlich weniger Pension als Männer. Künftig werden Karenz und Teilzeitarbeit die Pensionen noch weiter drücken. Wie Frauen am besten für ihr Alter vorsorgen können, darüber wurde Ende Jänner bei einer Online-Veranstaltung des Club alpha diskutiert. Brigitta Schwarzer, Geschäftsführerin von INARA, und Astrid Valek, Leiterin Marketing bei HDI LEBEN und Vorstandsmitglied im Finanz-Marketing Verband Österreich (FMVÖ), präsentierten dazu Zahlen und Handlungsempfehlungen.
2021 beträgt die gesetzliche Höchstpension 3.650,71 Euro brutto bzw. 2.444,14 Euro netto pro Monat. Männer können im Regelfall mit 65, Frauen mit 60 in Pension gehen. Wurden früher für die Pensionsberechnung die 15 besten Jahre herangezogen, steigt der Durchrechnungszeitraum bis 2028 auf 40 Jahre. Außerdem wird das Pensionsantrittsalter der Frauen von 2024 bis 2033 schrittweise an jenes der Männer angeglichen. „Früher konnten die Mütter nach der Geburt ihrer Kinder in Karenz gehen und dann einige Jahre Teilzeit arbeiten und hatten dennoch die Chance auf eine gute Pension.“ Das ist jetzt vorbei, jedes Nicht-Vollzeitjahr rächt sich bei der Pension. „Frauen müssen sich noch besser und vor allem rechtzeitig überlegen, wie sie Kinder und Beruf unter einen Hut bringen. Sonst haben sie später ein Problem mit der Pension,“ unterstrich Schwarzer. Die durchschnittliche ASVG-Brutto-Pension beträgt für Frauen magere 1.085 Euro, während die Männer im Schnitt 1.811 Euro bekommen, der Pension Gap beträgt also 40 Prozent. Immerhin 16 Prozent der Pensionistinnen sind armutsgefährdet. Für den Pension Gap gibt es laut Astrid Valek mehrere Gründe. Neben Karenzzeiten und Teilzeitarbeit sind es die nicht linearen Karriereverläufe bei Frauen, die klassischen Rollenbilder bei der Berufswahl, das Vorbildverhalten der Eltern sowie die noch immer weit verbreitete „Zuverdienstdenke“. Valek empfiehlt, sich jährlich am Pensionskonto über den aktuellen Stand zu informieren und eine Hochrechnung bis zum voraussichtlichen Pensionsantritt zu erstellen. Um als Frau selbst für das Alter vorzusorgen, kann man sich beispielsweise bei der PVA oder Pensionskasse freiwillig höherversichern oder mittels Pensionssplitting einen Teil der Pensionsgutschriften des Partners zu sich übertragen lassen. Bei Teilzeitarbeit rät Valek, zumindest 25 bis 30 Stunden zu arbeiten. Der entscheidende Vorteil einer Versicherungslösung ist laut Valek die Abdeckung des Langlebigkeitsrisikos. Wer sich für eine Rentenauszahlung entscheidet (bei Vertragsende kann man zwischen Rente und einmaliger Kapitalauszahlung wählen), bekommt diese Monat für Monat bis ans Lebensende. Angesichts der weiter steigenden Lebenserwartung ist das besonders wichtig. Welches Versicherungsprodukt geeignet ist, hängt von den eigenen Prioritäten ab. Die klassische Lebensversicherung eignet sich vor allem für sicherheitsorientierte Anleger. Hier gibt es eine garantierte Mindestauszahlung, dafür ist der Ertrag in der Regel geringer. Mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung partizipiert man am Kapitalmarkt und hat mehr Risiko, aber auch höhere Ertragschancen.