Naturkatastrophenjahr

Munich Re

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Die Naturkatastrophen verursachten im vergangenen Jahr Gesamtschäden von 280 Milliarden US-Dollar, nur circa 42 Prozent davon waren versichert. Für die Versicherungswirtschaft war das Jahr 2021 das zweitteuerste Naturkatastrophenjahr bisher. Dominiert hat die Schadenstatistik Hurrikan Ida mit 65 Milliarden US-Dollar Gesamtschäden, die Flutkatastrophe in Europa verursachte 46 Milliarden Euro Schäden. In Deutschland wurde eine Schadenssumme von 33 Milliarden Euro verzeichnet, davon waren nur 8,2 Milliarden Euro versichert. Der versicherte Anteil war wegen der unversicherten Infrastrukturschäden und der begrenzten Versicherungsdichte für Hochwasser in Deutschland relativ gering. Ernst Rauch, Chef-Klimatologe und Leiter der Abteilung Climate Solutions, kommentiert:
„Die Katastrophen-Statistik 2021 ist auffällig, denn etliche der extremen Unwetterereignisse gehören zu jenen, die durch den Klimawandel häufiger oder schwerer werden. Dazu gehören Schwergewitter in den USA auch im Winterhalbjahr. Oder auch Starkregen mit Hochwasser in Europa. Bei den Hurrikanen erwartet die Wissenschaft, dass der Anteil der starken Stürme gepaart mit extremen Niederschlägen durch den Klimawandel zunimmt. Auch wenn Ereignisse nicht einfach dem Klimawandel zugeordnet werden können, so liefert die Analyse der Veränderungen über Jahrzehnte hinweg plausible Indizien für einen Zusammenhang mit der Erwärmung der Atmosphäre und Ozeane. Die Anpassung an steigende Risiken durch den Klimawandel wird eine Herausforderung.“ Erschreckend ist weiterhin, dass nur etwa 43 Prozent der Schäden durch Naturkatastrophen versichert sind. Selbst in Industrieländern ist die Versicherungslücke noch groß. In den ärmeren Ländern liegt der Anteil der nicht versicherten Schäden weiterhin bei 90 Prozent.