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Munich Re

Nach jahrelangem Ratenabrieb infolge von Überkapazitäten und geringer Großschadenbelastung insbesondere in europäischen Märkten belastet das mit der Corona-Pandemie dauerhaft verschärfte Niedrigzinsumfeld die Profitabilität der Rückversicherer, so der weltweite Rückversicherer Munich Re. Insbesondere für langfristige Risiken, etwa im Haftpflichtbereich, dürften daher Deckungen teurer werden. „Sich auf Zinserträge oder das Ausbleiben statistisch zu erwartenden Schäden zu verlassen, ist keine geeignete Grundlage für eine nachhaltige Übernahme großer Risiken. Wir achten daher in besonderem Maße auf solides Underwriting sowie angemessene Preise und Bedingungen“, so Vorstandsmitglied Dr. jur.Doris Höpke. Die aktuellen Erfahrungen nach dem Lockdown des öffentlichen und geschäftlichen Lebens in zahlreichen Ländern schärfen das Bewusstsein für das enorme Schadenpotenzial systemischer Risiken, das sich in zahlreichen Dimensionen realisieren kann. Risiken, für die das der Versicherung zugrundeliegende Prinzip der regionalen und zeitlichen Diversifikation nicht gilt, sind jedoch ihrer Natur nach nicht versicherbar. Auch im schnell wachsenden Versicherungssegment für Cyberrisiken hat die Pandemie indirekt Spuren hinterlassen: durch sprunghaft gestiegene Cyber-Attacken, nachdem durch die Lockdowns viele Firmen ihre Bürotätigkeit plötzlich und nahezu komplett ins Homeoffice und zahlreiche Geschäftsprozesse in die digitale Welt verlegen mussten. Die zusätzliche Dynamik der Digitalisierung sowie ein steigendes Risikobewusstsein der Unternehmen können dem ohnehin stark wachsenden Markt einen weiteren Impuls verleihen. Der Cyberrisikomarkt bleibt für die Munich Re einer der wichtigsten strategischen Wachstumsfelder. Das bisher angenommene Wachstum von gut 7 Mrd. US-Dollar im heurigen Jahr könnte auf etwa 20 Mrd. US-Dollar bis ins Jahr 2025 ansteigen.

Quartalsergebnis

Munich Re hat ihr Ergebnis für das 3. Quartal bekanntgegeben. Im dritten Quartal verzeichnete Munich Re Covid-19 bedingte Schäden in der Rückversicherung von insgesamt rund 800 Mio. €. Diese entfallen auf unterschiedliche Geschäftssparten, u.a. auf die Versicherung von Großereignissen, andere Bereiche der Schaden- und Unfallversicherung, sowie die Lebens- und Gesundheitsversicherung. Infolge hoher Schäden aus Naturkatastrophen (insbesondere einer Reihe schwerer Wirbelstürme und Waldbrände in den USA) und menschengemachter Schäden (wie vor allem der Explosion im Hafen von Beirut), verzeichnete Munich Re zudem eine Belastung durch „Nicht-Covid-19-Großschäden“ über der durchschnittlichen Erwartung für ein einzelnes Quartal. Auch wenn die Arbeiten am Quartalsabschluss noch andauern, rechnet Munich Re – bei einem erneut guten Abschneiden von ERGO – für das dritte Quartal 2020 mit einem Gewinn von rund 200 Mio. € (Q3 2019: 865 Mio. €).