Unfallgefahr

VVO

Dr. Louise Norman-Audenhove, Prof. Elisabeth Stadler, Dr. Othmar Thann, Prof. Werner Gruber @Peter Hautzinger

Im Jahr 2018 verletzten sich in Österreich 782.200 Menschen bei Unfällen aller Art so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. 2.551 Österreicher (2017: 2.504) starben an den Folgen eines Unfalls. „Betrachtet man die Unfallzahlen in Österreich, so zeigt sich deutlich, dass der höchste Anteil von rund 308.300 Verletzten in die Kategorie der Haushaltsunfälle fällt, das sind mehr als 800 Unfälle in Österreichs Haushalten täglich“, erklärt Prof. Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der Vienna Insurance Group und Vizepräsidentin des Roten Kreuzes. „Bei Haushaltsunfällen verunglücken mehr Menschen als im Straßenverkehr“, so Stadler. Detailanalysen des KFV vom Unfallgeschehen in Österreich zeigen, dass insgesamt 52 Prozent der Verletzten im Jahr 2018 männlich waren, bei den Getöteten betrug der Männeranteil 56 Prozent. Während Männer vor allem bei der Arbeit (68 Prozent), in der Freizeit (58 Prozent) und im Straßenverkehr (56 Prozent) verunglücken, verunfallen Frauen eher im Haushalt (59 Prozent). „In den kommenden Monaten werden vor allem die eigenen Stolperfallen zuhause zur Gefahr werden. Außerhalb der eigenen vier Wände wird Ausrutschen auf glatten Oberflächen wie z.B. Herbstlaub, Eis und Schnee viele Menschen betreffen. Aber auch der Freizeit- und Sportbereich wird Präventionsmaßnahmen, hier vor allem beim Wintersport, besonders wichtig machen“, erläutert KFV-Direktor Dr. Othmar Thann. Rund 100.000 Sportunfälle erwartet das KFV allein in den nächsten 6 Monaten. Werner Gruber, Direktor des Planetariums der Stadt Wien und wohl bekanntester Physiker Österreichs weiß: „Unfälle sind keine Zufälle, sondern haben erklär- und damit auch vermeidbare Ursachen.“ Im Fall von Leitersturzunfällen ist es der falsch gesetzte Schwerpunkt, der zum Fall führt. Oder Herbstlaub ist aufgrund des geringen Reibungskoeffizienten tatsächlich rutschiger als normaler Boden: So lassen Blätter die Reibung unter einer Schuhsohle deutlich sinken. Das heißt, der Boden ist an dieser Stelle deutlich glatter. Damit erhöht sich die Rutschgefahr besonders. Vermeiden ließe sich dieser Unfall entweder durch einen ganz geringen Neigungswinkel des Beines beim Auftritt oder: „Ich empfehle der Gefahrenquelle auszuweichen“, schließt Gruber.