Automatisiertes Fahren

KFV – Kuratorium für Verkehrssicherheit

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Technik, die das Auto lenkt – und wie Österreich darüber denkt. Eine neue KFV-Studie beleuchtet Meinungen von Medien und Öffentlichkeit. Die Mehrheit der Österreicher gibt in der Befragung an, das Thema bereits über verschiedene mediale Kanäle wahrgenommen zu haben. 85 Prozent der Befragten sind so weit involviert, dass sie spontane Gedanken dazu formulieren können. Die mediale Stimmung zum Thema schätzt ein Großteil der Befragten als gemischt ein. Interessierte Medienkonsumenten, die sich, etwa durch Lektüre längerer Beiträge in Tageszeitungen oder Fachmagazinen, intensiv über das Thema informieren, haben einen deutlich positiveren Eindruck von der Berichterstattung als Personen, die das Thema nur peripher, etwa über Schlagzeilen, wahrnehmen. Jeweils etwa 30 Prozent der Österreicher haben ein (sehr) positives oder (sehr) negatives Bild von automatisiertem Fahren, etwa 40 Prozent stehen dem Thema neutral gegenüber. Menschen mit grundsätzlichem Vertrauen in die Technik haben ebenfalls einen positiveren Gesamteindruck von der neuen Art des Fahrens. Auch die Wahrnehmung von Vorteilen für Umwelt, Klima, Sicherheit und Fahrkomfort sorgt für wohlwollende Resonanz. Jene 20 Prozent der Österreicher mit hohem Infodefizit sind besonders negativ gestimmt – Basis für Unsicherheit und Ablehnung ist die erlebte Diskrepanz zwischen Fakten und Mythen. Negative Vibes gehen am stärksten von vermuteten Gefahren, besonders für ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie etwa Fußgänger, aus. Das von den Medien produzierte Stimmungsbild wird von den Medienprofis als sehr divers beurteilt: Positive Beiträge über Innovationen und konkrete (Test-)Projekte mit autonomen Fahrzeugen überwiegen in puncto Medienecho, Berichte über seltene Unfälle trüben die Euphorie. Der Grundtenor der befragten Medienvertreter ist jedenfalls positiv: Automatisiertes Fahren könne einen wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten. Persönliche Prognose der Profis der schreibenden Zunft: In den nächsten zehn bis zwanzig Jahren werde sich automatisiertes Fahren in Richtung Vollautomatisierung entwickeln. Die Analyse des österreichischen medialen Diskurses über automatisiertes Fahren durch das Departement Angewandte Linguistik der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) untersuchte die Muster des öffentlichen Sprachgebrauchs. Berücksichtigt wurden Beiträge österreichischer Massenmedien – Tages- und Wochenzeitungen, darunter Fachpublikationen der Bereiche Wirtschaft, Auto, IT und Industrie – von Anfang 2018 bis Ende 2019.