Bußgelder

Federprivacy

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Im Jahr 2020 wurden mehr als 307 Millionen Euro an Bußgeldern von Datenschutzbehörden, sowie 341 Sanktionen in Europa verhängt, so ein Bericht von Federprivacy. In der Liste war die spanische Behörde (AEPD) am strengsten und verhängte 133 Sanktionen, durchschnittlich 1 Geldstrafe alle 3 Tage, mit einem Gesamtbetrag von 8 Millionen Euro. Eine andere Perspektive ergibt sich, wenn wir den wirtschaftlichen Wert der Sanktionen statt ihrer Anzahl betrachten. Die französische Behörde (CNIL) konnte mit nur 8 Verwaltungsklagen fast die Hälfte der gesamten Bußgelder (44 %) mit einem Betrag von 138,3 Millionen Euro verhängen. Die Beweggründe, die zu den Sanktionen geführt haben, sind laut Nicola Bernardi, dem Vorsitzenden des wichtigsten italienischen Berufsverbands für Datenschutz, jedoch noch offen: „In 59 Prozent der Fälle geht es bei den Sanktionen um die unzulässige Verarbeitung personenbezogener Daten, wie z. B. die mangelnde Transparenz gegenüber dem Nutzer oder dessen fehlende Einwilligung. Der digitale Markt ist eine Chance, aber wir müssen mehr Sensibilität für die Frage des Datenschutzes entwickeln.“ Neben der unerlaubten Verarbeitung personenbezogener Daten sind in 20 Prozent der Fälle mangelnde Sicherheit (oft unterstrichen durch Datenschutzverletzungen), kein Respekt vor den Rechten der Nutzer (9 %) und Datenschutzrichtlinien (3,8 %) die Ursachen für die Verstöße. Der Telekommunikationssektor war der am stärksten betroffenen Sektor mit der höchsten Anzahl an Sanktionen (69), während Internet und E-Commerce der Sektor war, der wirtschaftlich am meisten zahlen musste (144,9 Millionen Euro). An zweiter Stelle dieser Liste steht die Telekommunikation mit 62,4 Millionen Euro und an dritter Stelle die Wirtschaft mit 38,1 Millionen Euro.