Die automobile österreichische Seele

Kuratorium für Verkehrssicherheit

Der Präventionsmonitor, eine seit 2011 vom KFV regelmäßig durchgeführte repräsentative Umfrage, zeigt was Österreichs Verkehrsteilnehmer über Risiken, Konflikte und Delikte im Straßenverkehr denken. Bei der Umfrage wurden tausend ausgewählte Österreicher zu ihren verkehrssicherheitsrelevanten Einstellungen, Meinungen und Verhaltensweisen befragt. Beleuchtet wurden die Themen Mobilitätsverhalten, Wahrnehmung und Akzeptanz von risikoreichem Verhalten, Verkehrsunfälle und Unfallursachen, Akzeptanz von Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, Verkehrsklima und Verkehrskonflikte sowie Einstellungen zu Überwachung, Strafen und zum automatisierten Fahren. Die Antworten liefern tiefgründige Einblicke in die automobile österreichische Seele: So werden etwa Alkohol und Drogen am Steuer als drastische Gefahren und entsprechende Gegenmaßnahmen als durchaus sinnvoll erkannt. Schnellfahren gilt offenbar als geringeres Problem, intensivierte Kontrollen und Sanktionen werden mehrheitlich abgelehnt.

Das Miteinander im Straßenverkehr

Als durchschnittlich wird das Verkehrsklima auf Österreichs Straßen – der soziale Umgang miteinander – empfunden. Spannungen und Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern werden gefühlt im Laufe der Zeit immer mehr. 57 Prozent der Befragten verspüren vermehrte Konfliktbereitschaft im Straßenverkehr. 60 Prozent der Befragten beschreiben die Interaktion zwischen Straßennutzern als aggressiv. Nur ein Viertel der befragten Personen empfindet das Verhalten der Verkehrsteilnehmer als hilfsbereit, nur etwa ein Fünftel als rücksichtsvoll.

Verkehrsunfälle

Rund zwei Drittel der Befragten empfinden das mögliche Unfallrisiko des eigenen Kindes als größte konkrete Gefahr im Straßenverkehr. Auf die Frage nach den vermuteten Hauptunfallursachen gaben 93 Prozent der Befragten die Handybenutzung am Steuer an. Für neun von zehn Befragten ist Unaufmerksamkeit bzw. Ablenkung ein maßgeblicher Risikofaktor. Weitere wesentliche Unfallursachen sind nach Ansicht der Befragten Handy-Telefonate und riskante Überholmanöver (85 % bzw. 86 %). Mehr als drei Viertel der Befragten geben an, häufig durch Telefonate abgelenkte Autofahrer auf der Straße zu sichten.

Subjektive Einschätzung der Verkehrssicherheit

Knapp die Hälfte der Befragten meinen, die jährliche Zahl der Verkehrsunfälle hätte in den letzten zehn Jahren stark oder eher zugenommen, für ein Viertel schien diese Entwicklung stark oder eher abnehmend zu sein. Hauptgründe für eine vermutete künftige Zunahme der Verkehrsunfallfrequenz sind erhöhtes Verkehrsaufkommen, vermehrte Rücksichtslosigkeit und Aggressivität, Rasen, Ablenkung durch Handynutzung am Steuer sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Automatisiertes Fahren

Gesunde Skepsis zeigt sich in Österreich gegenüber dem Thema Automatisierung: Hochautomatisierte Fahrzeuge sind den Befragten grundsätzlich sympathischer als vollautomatisierte, deren Kontrolle komplett der Technik obliegt. Ein Viertel der Befragten ist an der Nutzung hochautomatisierter Fahrzeuge sehr interessiert, die Nutzung vollautomatisierter Fahrzeuge weckt dagegen nur bei 10 % der Befragten reges Interesse.