Insolvenzen

Creditreform

Der aktuelle Trend bei den Firmeninsolvenzen für das 1. bis 3. Quartal zeigt einen weiteren Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2020 kam es in den ersten drei Quartalen zu 2.606 Unternehmensinsolvenzen im heurigen Jahr waren es 1.840, ein Rückgang von 29,4 Prozent. Dazu Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer des Österreichischen Verbandes Creditreform: „Aufgrund der verlängerten Hilfsmaßnahmen sind die Firmeninsolvenzen von einem historischen Tief zum nächsten gesunken. Jetzt zeigt sich, dass Österreichs Konjunktur sich nach dem starken Einbruch zu Beginn der Corona-Pandemie vor allem im 3. Quartal wieder sehr rasch erholt hat. Mit der Wiedereinsetzung der Insolvenzantragspflicht und der Beendigung der Stundungen kehrt man zur Normalität zurück und das führt auch wieder zu mehr Insolvenzen als in den Monaten zuvor.“ Am stärksten gingen die Insolvenzen im Tourismus mit einem Minus von über 40 Prozent, gefolgt von der Industrie mit minus 38,1 Prozent, dem Kredit- und Versicherungswesen mit minus 28,4 Prozent zurück. Zukunftsausblick: Sobald die Corona-Unterstützungen beendet sind, werden die Insolvenzen langsam, aber stetig wieder auf das in den letzten Jahren übliche Maß von rund 5.000 Verfahren im Jahr ansteigen.
Auch bei den Privatinsolvenzen ist ein Rückgang zu verzeichnen, und zwar von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2020 waren es vom 1. bis zum 3. Quartal 5.978 Privatinsolvenzen, heuer sind es 5.174. Hierzu meint Gerhard M. Weinhofer: „Die Konsumfreude der Österreicher war aufgrund der Lockdowns, der Kurzarbeit und der generellen Sorge um den Arbeitsplatz stark gehemmt. Das führte zu einem Ansteigen der Sparquote. Diese Gründe sowie eine unerwartet schnelle und stärkere Erholung der Wirtschaft im 3. Quartal führten zu einem Rückgang der Privatinsolvenzen auf ein historisches Tief.“ Die Hauptursachen für die Privatinsolvenz liegen traditionell im Verlust des Arbeitsplatzes, in der gescheiterten Selbständigkeit sowie allgemein im sorglosen Umgang mit Geld. Als gesetzliche Neuerung trat mit 17. Juli 2021 eine Novelle der Insolvenzordnung in Kraft. Die Entschuldungsdauer wurde für Unternehmer und generell für Privatpersonen von fünf auf drei Jahre gesenkt. Daher werden die Privatinsolvenzen in absehbarer Zeit wieder steigen und bald das Vorkrisenniveau von rund 10.000 Fällen im Jahr erreichen.