Insolvenzstatistik 2019

Creditreform

Der Gläubigerschutzverband Creditreform hat die Zahlen der Insolvenzentwicklung in Österreich im Jahr 2019 erhoben: Insgesamt gab es knapp über 16.000 Firmen- und Privatinsolvenzen (-3,1 Prozent). Das sind 21 Firmeninsolvenzen und 43 Privatinsolvenzen pro Werktag.

Bei Privatpersonen war ein Rückgang von fast 5 Prozent zu verzeichnen, auf ca. 10.800 Verfahren. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist hierbei um knapp 4 Prozent auf rund 9.700 Verfahren gesunken, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzanträge sind sogar um über 9 Prozent auf 1.086 Fälle zurückgegangen. Die Durchschnittsverschuldung liegt bei rund 70.000 Euro. Ein Bundesländer-Vergleich zeigt den stärksten Rückgang in Vorarlberg (-27,1 Prozent). Lediglich in 2 Bundesländern war ein Anstieg zu verzeichnen, nämlich in Salzburg (+4,2 Prozent) und in Wien (+3,5 Prozent). Für das laufende Jahr ist aufgrund der robusten Wirtschaftslage eine Stabilisierung der Privatinsolvenzen bei rund 10.000 Fällen zu erwarten.

Auch bei den Firmeninsolvenzverfahren zeigte sich eine Stabilisierung, es sind um 0,2 Prozent oder 11 Fälle mehr als im Vergleichszeitraum. Die Zahl der eröffneten Verfahren ist dabei minimal um 0,6 Prozent auf 3.133 Verfahren gestiegen. In 2.102 Fällen (-0,4 Prozent) wurden die Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen. Die Insolvenzursachen liegen in Managementfehlern, im Wettbewerb (Konkurrenzdruck, sinkende Margen) sowie im Kapitalmangel. Mehr als 14.000 Arbeitsplätze waren betroffen. Die höchste Insolvenzbetroffenheit herrschte in der Bundeshauptstadt mit rund 17 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen, die geringste in Vorarlberg mit 7 von 1.000 Unternehmen. In der Langzeitentwicklung der Firmeninsolvenzen in Österreich werden diese 2020 auf einem relativ geringen Niveau verharren. Die eine oder andere Großinsolvenz ist aber nicht auszuschließen.