Klima-Stresstest

FMA

Von den insgesamt rund 218 Milliarden Euro in österreichischen Fonds verwaltetem Vermögen sind bereits 53 Milliarden Euro unter Nachhaltigkeitskriterien veranlagt, das ist ein Anteil von 24,3 Prozent. Dies ergab eine von der FMA durchgeführte Analyse, im Rahmen der die Nachhaltigkeit österreichischer Fonds von Kapitalanlagegesellschaften (KAG) sowie von konzessionierten Managern Alternativer Investmentfonds (AIFM) zum Stichtag 30.6.2021 gemäß den Kriterien, der nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungspflichten der Europäischen Union (EU) erhoben wurde. Ein gemäß den Vorgaben der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA in verschiedenen Szenarien durchgeführter Klima-Stresstest hat überdies gezeigt, dass trotzdem für den österreichischen Fondsmarkt je nach Annahme in den kommenden fünf Jahren aus Nachhaltigkeitsrisiken Wertverluste von etwa -3 Prozent bis -9 Prozent drohen können. Umgelegt auf das aktuelle Fondsvolumen ergäbe das Verluste von 6,6 Milliarden Euro bis 19,7 Milliarden Euro „Grüne Fonds“ (geringeres Exposure zu CO2- intensiven Investitionen) sind dabei besser geschützt als „braune Fonds“ (höheres Exposure zu CO2-intensiven Investitionen). Gemessen und analysiert werden dabei insbesondere die Transitionsrisiken, also jene, die durch den Übergang zu einer klimaneutralen und resilienten Wirtschaft und Gesellschaft entstehen und so zu einer Abwertung von Vermögenswerten führen können. Die ESMA-Stressszenarien unterscheiden dabei drei relevante Bereiche: Politik: wo etwa die Einführung einer CO2-Steuer oder Änderungen der Bauordnungen und Flächenwidmungen Auslöser sein können. Technologie: wo etwa Innovationen zur CO2-Reduktion oder bei erneuerbaren Energiequellen Abwertungen bestehender Technologien hervorrufen können („stranded assets“). Verbraucherpräferenzen und -vertrauen: wo sich etwa das Verhalten von Konsumenten oder Investoren zu CO2-intensiven Produkten und Dienstleistungen bzw. deren Anbieter ändern kann.  „Diese neuen EU-Offenlegungspflichten zur Nachhaltigkeit von Finanzprodukten sind für alle Marktteilnehmer von großer Bedeutung. Denn nur gut informierte Konsumenten können auch eine fundierte Anlageentscheidung gemäß ihrer Ertrags-, Risiko- und auch Nachhaltigkeitspräferenzen treffen“, so der Vorstand Helmut Ettl und Eduard Müller.