Risk Consensus 2022

Funk International Austria GmbH

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Der 5. Funk Global Risk Consensus zeigt, dass Unternehmen Cyber Risiken und die unbewältigten Folgen der Corona Pandemie weiterhin als größte Risiken wahrnehmen. Auch die Auswirkungen des Klimawandels rücken vermehrt in den Fokus der Unternehmen. Die Risikolandschaft hat sich auf den Topplatzierungen gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert, da die Umfrage noch vor dem Ukraine Krieg durchgeführt wurde.

Die Top 5 Risiken im Detail:

Das Top-Unternehmensrisiko Cyber darf nicht einseitig auf die Cyberkriminalität bezogen werden. Die zunehmende Digitalisierung von Produktion und Verwaltung bringt auch eine erhöhte Anfälligkeit von Systemen mit sich. Die durch die Pandemie in Unternehmen provozierte Homeoffice-Praxis musste vielfach unter hohem Zeitdruck und meistens auf Kosten der Sicherheit umgesetzt werden. Oft wurden dabei Sicherheitsaspekte stiefmütterlich behandelt, da die Funktionalität im Vordergrund stand. Auch wenn sich bereits 2021 eine langsame Besserung der Corona-Situation abgezeichnet hatte, werden die Nicht-Berufskrankheiten für die Zukunft noch gewichtiger angesehen als in der Bewertung des Vorjahres. Dies liegt zum einen an den möglichen Langzeitfolgen beim eigenen Personal oder bei den globalen Lieferketten. Die Befürchtung, dass künftige Corona-Mutanten ansteckender oder aggressiver sein könnten als die bisherigen Varianten, mag ein Grund für diese Risikoeinschätzung sein. 

Das letzte Jahr war geprägt von einer steigenden Zahl von Schadenfällen durch Sturm, Flut und Trockenheit. Diese Zunahme ist im rasanten Klimawandel begründet. Die Schäden sind global von 70 Milliarden Dollar auf insgesamt 280 Milliarden Dollar gestiegen. Zusammen mit dem gesellschaftlichen Druck zur Nachhaltigkeit führt dies zu größeren Risiken bei Unternehmen. Dies zeigt sich dadurch, dass der Klimawandel im diesjährigen Consensus auf Platz 3 aufgestiegen ist. Das globale Ziel von “Netto null”, also der Klimaneutralität in Bezug auf den Hydrokarbon-Ausstoß wird weltweit vorangetrieben. Das fordert Unternehmen bei der Umsetzung respektive der Anpassung ihrer Geschäftsmodelle zunehmend heraus und kann zudem zu neuen Risiken führen, die heute noch gar nicht im Bewusstsein der Risikoverantwortlichen sind.

Nicht nur aufgrund der Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung werden weltweit neue Regulierungen eingeführt. Emissionsstandards werden weiter verschärft und Produkte unterliegen immer mehr Sicherheits- und Gesundheitsstandards. Auch die Pandemie hat zu neuen Regulierungen geführt, die für viele Unternehmen neue Herausforderungen darstellen. Seien das Schutzmaßnahmen für das eigene Personal oder Einschränkungen bei Geschäftsreisen. Des Weiteren werden soziologische Probleme vermehrt reguliert, und von den Unternehmen wird Gleichstellung und Integration nicht mehr nur erwartet, sondern in Form gesetzlicher Vorgaben zwingend eingefordert. Alle diese Änderungen und Verschärfungen bergen Risiken, die zu negativen Folgen für die Geschäftstätigkeit führen können, falls sie auf Ebene der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats nicht rechtzeitig adressiert werden.

Die Folgen der Pandemie und die von der Politik eingesetzten Instrumente zur Abfederung der Auswirkungen für Wirtschaft und Gesellschaft haben die kurzfristigen Probleme gut abfedern können. Langfristig werden die entsprechenden Investitionen jedoch Folgen haben. Das weltweite Wachstum der Inflation mit einer aktuell nicht auszuschließenden Lohn-Preis-Spirale ist ein Schreckensszenario für viele Unternehmen. Auch der Druck auf Unternehmen sich digital weiterzuentwickeln, wird weiterhin anhalten.